Stadtspaziergang in Siegburg
Schätze des Mittelalters
Eine Entdeckung von den Stadtbetrieben Siegburg AöR, Tourismusförderung
Was ihr entdecken könnt
Ein gemütlicher Spaziergang führt euch entlang spannender Geschichten durch das Herz der Keramikstadt Siegburg.
Bereits im 9. Jahrhundert gab es auf dem Michaelsberg eine Burg der Ezzonen. 1064 gründete der Kölner Erzbischof Anno II. dort eine Abtei, die seitdem untrennbar mit der Geschichte der Stadt am Fuße des Bergs verwoben ist. 1075 wurde Anno II. hier auch bestattet: Während sich der hochmittelalterliche Annoschrein inzwischen in der Schatzkammer von Sankt Servatius im Stadtzentrum befindet, ruht der Erzbischof seit 2021 in einem modernen, vom amerikanischen Künstler Brody Neuenschwander geschaffenen Schrein in der Abtei.
Bereits um das Jahr 1000 wurde Siegburg zu einer bedeutenden Töpferstadt und entwickelte sich später unter dem Einfluss der Abtei zum Handelszentrum. Im Hochmittelalter blühte die Stadt und es entstanden zahlreiche Neubauten, meist aus dem „Wolsberger Brocken“, einem Tuffstein aus den nahen Wolsbergen. Die Pfarrkirche Sankt Servatius sowie der älteste erhaltene Profanbau Siegburgs, das Haus zum Winter, wurden aus diesem Gestein errichtet.
Neben dem bereits erwähnten historischen Annoschrein beherbergt Sankt Servatius einen der bedeutendsten Kirchenschätze des Mittelalters mit fünf Reliquiaren von außerordentlicher Qualität.
Stadtmauer und Zeughaus
Bis 1865 war Siegburg von einer Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert umgeben, deren Überreste sich mancherorts noch immer besichtigen lassen, beispielsweise im kleinen Park am S-Carré. Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert verklärten einen halbrunden Wachturm am Michaelsberg nachträglich zum „Hexenturm“. Hexenprozesse ereigneten sich tatsächlich anderswo in der Stadt: In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges war der Abt nach Köln geflohen. Seine Abwesenheit begünstigte zwischen 1636 und 1638 die Verfolgung von Personen, die der Hexerei verdächtigt wurden. „Hexenkommissare“ verurteilten 32 Siegburgerinnen und fünf Siegburger zum Tode. Somit ist der Hexenturm zwar nicht Ereignisort, erinnert aber an dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte.
Als Siegburg 1830 Kreisstadt des Rhein-Sieg-Kreises wurde, entstand nahe dem Marktplatz zudem ein Zeughaus, das als Waffenarsenal genutzt wurde. Heute beherbergt es eine Musikwerkstatt, die mit ihrem Namen auf den berühmtesten Sohn der Stadt verweist: Der Komponist Engelbert Humperdinck erblickte 1854 in dem Gebäude, in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist, das Licht der Welt. Da der Vater Lehrer war, bewohnte die Familie zu dieser Zeit eine der Dienstwohnungen der Lateinschule, die sich dort seinerzeit befand.
Praktische Informationen
Noch mehr Informationen rund um Siegburg bekommt ihr in der Tourist Information im Stadtmuseum am Markt.
Inklusive Infos
- Hier findet ihr Informationen zur Barrierefreiheit im Stadtmuseum Siegburg.
- Behindertengerechte Toiletten gibt es im Stadtmuseum und am Herrengarten 4.
- Die Wege entlang der Route können uneben, steil oder von Baustellen betroffen sein. Die Zugänglichkeit kann sich immer wieder verändern und ist auch wetterabhängig.
- Besonders bei Veranstaltungen und schönem Wetter kann es auf der Route laut werden. Wir empfehlen euch Gehörschutz, falls ihr geräuschempfindlich seid.
Besuchszeiten
- Bitte beachtet die Öffnungszeiten des Stadtmuseums und der Schatzkammer Sankt Servatius.
- Die alte kaiserliche Poststation wird heute gewerblich genutzt, die Häuser zum Winter und zum Tannenbaum sind Privateigentum. Bitte verhaltet euch hier dementsprechend angemessen und respektvoll.
Gastronomie, Infrastruktur und Toiletten
- Im Stadtzentrum befinden sich verschiedene Restaurants und Cafés.
- In Innenstadt und Umgebung gibt es zahlreiche Parkhäuser und Parkplätze. Sie können kostenpflichtig und bei hohem Besuchsaufkommen schnell belegt sein.
- Mit der Bahn könnt ihr zum Bahnhof Siegburg anreisen. Von dort seid ihr zu Fuß in etwa 10 Minuten am Stadtmuseum.
- Toiletten findet ihr im Stadtmuseum, in der Stadtbibliothek sowie in den Cafés und Restaurants.