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Synagoge mit Frauenbad in Siegburg
Was ihr entdecken könnt
Siegburg wurde im 19. Jahrhundert Zentralort für die Synagogengemeinde des Siegkreises. Im 18. Jahrhundert ist ein Betsaal bezeugt. 1841 konnte eine neue Synagoge eingeweiht werden, die im Zuge des Novemberpogroms am frühen Morgen des 10. November 1938 in Brand gesetzt wurde.
In der Holzgasse, nur wenige Gehminuten vom belebten Marktplatz entfernt, öffnet sich ein Raum des Schweigens inmitten der städtischen Geschäftigkeit. Wo einst ein prächtiges Gotteshaus das Viertel prägte, gemahnt heute eine bewusst schlicht gehaltene Gedenkstätte an die jüdische Gemeinde Siegburgs. Es ist ein Ort, der die Abwesenheit sichtbar macht und Passanten dazu einlädt, die Schichten der Stadtgeschichte unter der modernen Oberfläche freizulegen.
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Siegburg reicht bis in das Mittelalter zurück, erlebte jedoch im 19. Jahrhundert eine Blütezeit. Im Jahr 1841 wurde die Synagoge in der Holzgasse feierlich eingeweiht. Sie war über fast ein Jahrhundert das religiöse und soziale Zentrum für die jüdischen Bürger*innen der Region. In der Nacht des 9. November 1938 wurde das Gebäude im Zuge der nationalsozialistischen Pogrome geplündert und in Brand gesetzt. Die Ruine wurde kurz darauf abgebrochen. Erst Jahrzehnte später rückte die Bedeutung dieses Ortes wieder in das öffentliche Bewusstsein. Die heutige Gedenkstätte erinnert an das zerstörte Gotteshaus und an die während des Holocausts ermordeten jüdischen Mitbürger*innen.
Die ursprüngliche Synagoge war ein repräsentatives Gebäude im Stil des Spätklassizismus mit orientalischen Einflüssen, was typisch für die jüdische Sakralarchitektur jener Epoche war.
Die Gestaltung der Gedenkstätte in der Siegburger Brauhofpassage zeichnet sich durch eine bewusste Verbindung von künstlerischer Symbolik und historischer Dokumentation aus. Das zentrale Element der Gedenkstätte ist ein sechseckiger Brunnen, der Mitte der 1980er- Jahre an dem Platz errichtet wurde.
Der Brunnen hat den Grundriss eines Davidsterns. Diese geometrische Form greift das zentrale Identitätssymbol des Judentums auf. Das fließende Wasser symbolisiert in jüdischer Tradition oft das Leben und die Reinheit analog zur Mikwe (Sammlung von Wasser), dem Ritualbad, das sich früher ebenfalls im Synagogenkomplex befand.
Die Gedenkstätte nutzt Text, um die historische Leere zu füllen, die durch die vollständige Abtragung der Ruine im Jahr 1940 entstand. Direkt am Brunnenrand befindet sich die Inschrift, die den historischen Kontext erläutert.
„Hier stand seit 1841 die Synagoge der jüdischen Gemeinde, der mehr als 300 Menschen angehörten. Die Synagoge fiel am 10.11.1938 den Flammen des Novemberpogroms zum Opfer. Durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft 1933-1945 wurde der größte Teil der Gemeindemitglieder ermordet. Ihr Tod soll uns Mahnung sein.“
Die in Hebräisch gehaltenen Inschriften bedeuten „Zur Erinnerung“ und „Seine/ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens“.
Eine bewegende Besonderheit ist die Geschichte der Thorarolle der Siegburger Gemeinde. Diese Thorarolle (der auf einer koscheren Rolle handgeschriebene hebräische Text des Pentateuch / der fünf Bücher Mose) der Siegburger Synagoge konnte von dem Siegburger Juden Moritz Heymann auf seiner Flucht nach Argentinien vor der Zerstörung gerettet werden.
Eine Fotografie des Thora-Mantels befindet sich seit 2011 im Siegburger Stadtmuseum. Das Original befindet sich bis heute in der Synagoge der israelischen Mittelmeer-Küstenstadt Haifa.
(Stadtbetriebe Siegburg AöR, Fachbereich Tourismusförderung, 2026)
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Siegburg reicht bis in das Mittelalter zurück, erlebte jedoch im 19. Jahrhundert eine Blütezeit. Im Jahr 1841 wurde die Synagoge in der Holzgasse feierlich eingeweiht. Sie war über fast ein Jahrhundert das religiöse und soziale Zentrum für die jüdischen Bürger*innen der Region. In der Nacht des 9. November 1938 wurde das Gebäude im Zuge der nationalsozialistischen Pogrome geplündert und in Brand gesetzt. Die Ruine wurde kurz darauf abgebrochen. Erst Jahrzehnte später rückte die Bedeutung dieses Ortes wieder in das öffentliche Bewusstsein. Die heutige Gedenkstätte erinnert an das zerstörte Gotteshaus und an die während des Holocausts ermordeten jüdischen Mitbürger*innen.
Die ursprüngliche Synagoge war ein repräsentatives Gebäude im Stil des Spätklassizismus mit orientalischen Einflüssen, was typisch für die jüdische Sakralarchitektur jener Epoche war.
Die Gestaltung der Gedenkstätte in der Siegburger Brauhofpassage zeichnet sich durch eine bewusste Verbindung von künstlerischer Symbolik und historischer Dokumentation aus. Das zentrale Element der Gedenkstätte ist ein sechseckiger Brunnen, der Mitte der 1980er- Jahre an dem Platz errichtet wurde.
Der Brunnen hat den Grundriss eines Davidsterns. Diese geometrische Form greift das zentrale Identitätssymbol des Judentums auf. Das fließende Wasser symbolisiert in jüdischer Tradition oft das Leben und die Reinheit analog zur Mikwe (Sammlung von Wasser), dem Ritualbad, das sich früher ebenfalls im Synagogenkomplex befand.
Die Gedenkstätte nutzt Text, um die historische Leere zu füllen, die durch die vollständige Abtragung der Ruine im Jahr 1940 entstand. Direkt am Brunnenrand befindet sich die Inschrift, die den historischen Kontext erläutert.
„Hier stand seit 1841 die Synagoge der jüdischen Gemeinde, der mehr als 300 Menschen angehörten. Die Synagoge fiel am 10.11.1938 den Flammen des Novemberpogroms zum Opfer. Durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft 1933-1945 wurde der größte Teil der Gemeindemitglieder ermordet. Ihr Tod soll uns Mahnung sein.“
Die in Hebräisch gehaltenen Inschriften bedeuten „Zur Erinnerung“ und „Seine/ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens“.
Eine bewegende Besonderheit ist die Geschichte der Thorarolle der Siegburger Gemeinde. Diese Thorarolle (der auf einer koscheren Rolle handgeschriebene hebräische Text des Pentateuch / der fünf Bücher Mose) der Siegburger Synagoge konnte von dem Siegburger Juden Moritz Heymann auf seiner Flucht nach Argentinien vor der Zerstörung gerettet werden.
Eine Fotografie des Thora-Mantels befindet sich seit 2011 im Siegburger Stadtmuseum. Das Original befindet sich bis heute in der Synagoge der israelischen Mittelmeer-Küstenstadt Haifa.
(Stadtbetriebe Siegburg AöR, Fachbereich Tourismusförderung, 2026)