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Mühlengraben Siegburg
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Das schon im 12. Jahrhundert erwähnte Wasserbauwerk wurde vermutlich zusammen mit der Siegburger Stadtmauer errichtet. Der vielfältig genutzte Mühlengraben zweigt von der Sieg ab und mündet nach 4,7 Kilometern wieder in diese zurück – früher nahm er dabei jedoch zeitweise mit der Agger vorlieb.
Der Siegburger Mühlengraben zweigt von der Sieg ab und mündet nach 4,7 Kilometern wieder in diese zurück. Wer ihm folgt, durchwandert Jahrhunderte der Stadtgeschichte: mittelalterliche Mühlen, frühindustrielle Fabrikanlagen, ein traditionsreiches Mühlenviertel. Und mittendrin, in der Mahlgasse hinter dem Kreishaus, steht - stumm, aber eindrucksvoll - noch heute ein hölzernes Mühlrad, das von all dem erzählt.
Der urkundlich bereits im 12. Jahrhundert erwähnte Siegburger Mühlengraben wurde vermutlich im Zuge des Ausbaus der dortigen Stadtmauer errichtet, die schließlich im Jahr 1212 mit vier Toren belegt ist. Für den Siegburger Stadtherrn, den Abt der Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg, war die Anlage eines regulierbaren Wasserlaufs für den Betrieb der im Besitz der Abtei befindlichen Siegburger Mühlen notwendig. Diese fünf Mühlen erhielten ihren Antrieb durch das Wasser des Mühlengrabens: eine Mahlmühle zur Herstellung von Mehl, eine Walkmühle zur Verfilzung von Geweben, eine Lohmühle zum Mahlen von Fichten- und Eichenrinde, eine Papiermühle zum Zerstampfen von Lumpen sowie eine Ölmühle zum Pressen von Körnerfrüchten. Darüber hinaus bezog die Bevölkerung Wasser aus dem Graben und wusch dort ihre Wäsche.
Im 19. Jahrhundert war der Siegburger Michaelsberg mit seiner Abtei von kleinen Feldern und Wiesen umgeben, durchzogen vom Mühlengraben mit reichlich Nutzwasser. 1844 startete der Kölner Unternehmer Christian Gottlieb Rolffs seine Produktion am Fuße des Michaelsbergs mit einer Kattunfabrik und legte damit den Grundstein für ein Unternehmen, das sich zur international bedeutenden Druckfarbenmarke Siegwerk entwickelte.
Das erhaltene Mühlrad selbst ist ein technisches Zeugnis besonderer Güte: Das einzige heute noch erhaltene Mühlrad aus dem Jahr 1877 gehörte zur Mahlmühle, die in den 1980er Jahren zu Wohnzwecken umgenutzt wurde. Das Zuppinger Rad ist eine Sonderform des mittel- bis unterschlächtigen Wasserrads mit geschwungenen Schaufeln, die den Wirkungsgrad gegenüber älteren Radtypen erheblich verbesserten - ein ingenieurtechnisches Highlight aus der Hochphase der vorindustriellen Wasserkraftnutzung.
Das historische Mühlengebäude mit seinem Mühlrad ist das letzte Zeugnis des ehemaligen Siegburger Mühlenviertels. Als Baudenkmal eingetragen, verbindet es die mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte der Abteistadt mit der frühen Industrialisierung des Rheinlands. Vom 15. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der städtische Mühlengraben auch als Transportweg für die Steinbrüche der Siegburger Wolsberge genutzt. Der Mühlengraben war damit nicht allein Energiequelle, sondern auch Handelsader - ein Wasserweg mitten durch die Stadt, der Siegburg wirtschaftlich mit der Region verband.
(Stadtbetriebe Siegburg AöR, Fachbereich Tourismusförderung, 2026)
Der urkundlich bereits im 12. Jahrhundert erwähnte Siegburger Mühlengraben wurde vermutlich im Zuge des Ausbaus der dortigen Stadtmauer errichtet, die schließlich im Jahr 1212 mit vier Toren belegt ist. Für den Siegburger Stadtherrn, den Abt der Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg, war die Anlage eines regulierbaren Wasserlaufs für den Betrieb der im Besitz der Abtei befindlichen Siegburger Mühlen notwendig. Diese fünf Mühlen erhielten ihren Antrieb durch das Wasser des Mühlengrabens: eine Mahlmühle zur Herstellung von Mehl, eine Walkmühle zur Verfilzung von Geweben, eine Lohmühle zum Mahlen von Fichten- und Eichenrinde, eine Papiermühle zum Zerstampfen von Lumpen sowie eine Ölmühle zum Pressen von Körnerfrüchten. Darüber hinaus bezog die Bevölkerung Wasser aus dem Graben und wusch dort ihre Wäsche.
Im 19. Jahrhundert war der Siegburger Michaelsberg mit seiner Abtei von kleinen Feldern und Wiesen umgeben, durchzogen vom Mühlengraben mit reichlich Nutzwasser. 1844 startete der Kölner Unternehmer Christian Gottlieb Rolffs seine Produktion am Fuße des Michaelsbergs mit einer Kattunfabrik und legte damit den Grundstein für ein Unternehmen, das sich zur international bedeutenden Druckfarbenmarke Siegwerk entwickelte.
Das erhaltene Mühlrad selbst ist ein technisches Zeugnis besonderer Güte: Das einzige heute noch erhaltene Mühlrad aus dem Jahr 1877 gehörte zur Mahlmühle, die in den 1980er Jahren zu Wohnzwecken umgenutzt wurde. Das Zuppinger Rad ist eine Sonderform des mittel- bis unterschlächtigen Wasserrads mit geschwungenen Schaufeln, die den Wirkungsgrad gegenüber älteren Radtypen erheblich verbesserten - ein ingenieurtechnisches Highlight aus der Hochphase der vorindustriellen Wasserkraftnutzung.
Das historische Mühlengebäude mit seinem Mühlrad ist das letzte Zeugnis des ehemaligen Siegburger Mühlenviertels. Als Baudenkmal eingetragen, verbindet es die mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte der Abteistadt mit der frühen Industrialisierung des Rheinlands. Vom 15. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der städtische Mühlengraben auch als Transportweg für die Steinbrüche der Siegburger Wolsberge genutzt. Der Mühlengraben war damit nicht allein Energiequelle, sondern auch Handelsader - ein Wasserweg mitten durch die Stadt, der Siegburg wirtschaftlich mit der Region verband.
(Stadtbetriebe Siegburg AöR, Fachbereich Tourismusförderung, 2026)