spot
Fachwerkhaus zum Winter
Was ihr entdecken könnt
In der Griesgasse 2, nur wenige Schritte vom Siegburger Marktplatz und im Schatten der Servatiuskirche steht Siegburgs ältester Profanbau. Das Haus entstand zwischen 1220 und 1230. Wer an der unverputzten Giebelwand vorbeigeht, blickt auf Stein gewordene Geschichte.
In der Griesgasse, nur wenige Schritte vom Siegburger Marktplatz und im Schatten der Servatiuskirche, steht ein Haus, das wie kaum ein anderes Gebäude der Stadt dem Lauf der Geschichte getrotzt hat. Die Griesgasse 2 beherbergt das älteste nichtkirchliche Gebäude des Rhein-Sieg-Kreises. Ein stiller Zeuge aus einer Zeit, in der Siegburg gerade dabei war, sich als mittelalterliche Stadt zu etablieren. Wer an der unverputzten Giebelwand vorbeigeht, blickt auf Stein gewordene Geschichte.
Das Haus zum Winter wurde zwischen 1220 und 1230 als Pfarrhaus von Sankt Servatius aus Tuffgestein erbaut. Dieses poröse Vulkangestein aus der näheren Umgebung galt im mittelalterlichen Rheinland als bevorzugtes Baumaterial und wurde auch für die Servatiuskirche selbst verwendet. Das 1744 errichtete barocke Nachfolge-Pfarrhaus steht heute auf der gegenüberliegenden Seite der Mühlenstraße. Mit ihm endete die Nutzung des alten Hauses als Pfarrsitz nach mehr als fünf Jahrhunderten. Das Haus zum Winter überstand in der Folgezeit wechselnde Besitzverhältnisse und befindet sich bis heute in Privatbesitz.
Die unverputzte Giebelwand des ältesten profanen Steinbaus Siegburgs dokumentiert bis heute die interessante Baugeschichte des Hauses. An ihr lassen sich verschiedene Bauphasen ablesen: ältere Mauerpartien aus dem Originalbau des 13. Jahrhunderts neben späteren Ergänzungen, die im Laufe der Jahrhunderte hinzukamen. Der Baukörper ist kompakt und zweckmäßig ganz im Sinne mittelalterlicher Profanarchitektur, die auf Dauerhaftigkeit und Funktion ausgerichtet war, nicht auf Repräsentation. Die Verwendung von Tuffstein verleiht dem Gebäude seine charakteristische Farbgebung und verbindet es materiell wie atmosphärisch mit der benachbarten Servatiuskirche, deren Bau zeitgleich stattfand.
Als ältestes steinernes Wohnhaus von Siegburg besitzt das Haus zum Winter einen einzigartigen Stellenwert in der Stadtgeschichte. Es ist ein seltenes Zeugnis frühmittelalterlichen Wohnens und kirchlicher Alltagsorganisation in einer Zeit, in der das Stadtgefüge Siegburgs gerade entstand. Die Stadt genoss schon im Mittelalter als Handwerkerzentrum hohes Ansehen. Einflussreiche Handwerkerzünfte gab es hier seit dem 14. Jahrhundert, die von Herstellung und Handel mit Tuchen, Töpferwaren, Leder, Papier und Wein lebten. Das Haus zum Winter entstand genau in der Epoche, in der diese städtische Verdichtung ihren Anfang nahm und steht somit am Beginn einer langen Geschichte bürgerlicher Siedlungskultur am Rhein. Heute ist es als Kulturdenkmal eingetragen und unterstreicht die historische Tiefenschicht des Siegburger Stadtbilds, das trotz vieler Veränderungen noch immer Spuren des Mittelalters trägt.
Es ist interessant zu erwähnen, dass das Haus 1908 von der Stadt Siegburg gekauft wurde, um einen Straßendurchbruch zu ermöglichen. Nur massive Bürgerproteste und der Einsatz des Provinzialkonservators retteten das Gebäude vor dem Abriss. Ein früher Sieg der Denkmalpflege!
Bis heute ist es kein Museum und kein öffentliches Gebäude, sondern ein privat genutztes Haus.
(Stadtbetriebe Siegburg AöR, Fachbereich Tourismusförderung, 2026)
Das Haus zum Winter wurde zwischen 1220 und 1230 als Pfarrhaus von Sankt Servatius aus Tuffgestein erbaut. Dieses poröse Vulkangestein aus der näheren Umgebung galt im mittelalterlichen Rheinland als bevorzugtes Baumaterial und wurde auch für die Servatiuskirche selbst verwendet. Das 1744 errichtete barocke Nachfolge-Pfarrhaus steht heute auf der gegenüberliegenden Seite der Mühlenstraße. Mit ihm endete die Nutzung des alten Hauses als Pfarrsitz nach mehr als fünf Jahrhunderten. Das Haus zum Winter überstand in der Folgezeit wechselnde Besitzverhältnisse und befindet sich bis heute in Privatbesitz.
Die unverputzte Giebelwand des ältesten profanen Steinbaus Siegburgs dokumentiert bis heute die interessante Baugeschichte des Hauses. An ihr lassen sich verschiedene Bauphasen ablesen: ältere Mauerpartien aus dem Originalbau des 13. Jahrhunderts neben späteren Ergänzungen, die im Laufe der Jahrhunderte hinzukamen. Der Baukörper ist kompakt und zweckmäßig ganz im Sinne mittelalterlicher Profanarchitektur, die auf Dauerhaftigkeit und Funktion ausgerichtet war, nicht auf Repräsentation. Die Verwendung von Tuffstein verleiht dem Gebäude seine charakteristische Farbgebung und verbindet es materiell wie atmosphärisch mit der benachbarten Servatiuskirche, deren Bau zeitgleich stattfand.
Als ältestes steinernes Wohnhaus von Siegburg besitzt das Haus zum Winter einen einzigartigen Stellenwert in der Stadtgeschichte. Es ist ein seltenes Zeugnis frühmittelalterlichen Wohnens und kirchlicher Alltagsorganisation in einer Zeit, in der das Stadtgefüge Siegburgs gerade entstand. Die Stadt genoss schon im Mittelalter als Handwerkerzentrum hohes Ansehen. Einflussreiche Handwerkerzünfte gab es hier seit dem 14. Jahrhundert, die von Herstellung und Handel mit Tuchen, Töpferwaren, Leder, Papier und Wein lebten. Das Haus zum Winter entstand genau in der Epoche, in der diese städtische Verdichtung ihren Anfang nahm und steht somit am Beginn einer langen Geschichte bürgerlicher Siedlungskultur am Rhein. Heute ist es als Kulturdenkmal eingetragen und unterstreicht die historische Tiefenschicht des Siegburger Stadtbilds, das trotz vieler Veränderungen noch immer Spuren des Mittelalters trägt.
Es ist interessant zu erwähnen, dass das Haus 1908 von der Stadt Siegburg gekauft wurde, um einen Straßendurchbruch zu ermöglichen. Nur massive Bürgerproteste und der Einsatz des Provinzialkonservators retteten das Gebäude vor dem Abriss. Ein früher Sieg der Denkmalpflege!
Bis heute ist es kein Museum und kein öffentliches Gebäude, sondern ein privat genutztes Haus.
(Stadtbetriebe Siegburg AöR, Fachbereich Tourismusförderung, 2026)