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Kirche Sankt Servatius


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Was ihr entdecken könnt

Im Zentrum der Stadt zu Füßen des Abteiberges gelegen, in umittelbarer Nähe des ständig von Leben erfüllten Marktplatzes, ist die katholische Pfarrkirche St. Servatius zusammen mit verschiedenen Resten mittelalterlicher Bebauung eine Keimzelle des Lebens in der heutigen Kreisstadt Siegburg.

Nur wenige Schritte vom geschäftigen Marktplatz entfernt, eingebettet zwischen mittelalterlichem Gemäuer und dem Schatten des Michaelsbergs, öffnet sich ein Kirchenraum, der Jahrhunderte in sich trägt. Die Kirche Sankt Servatius, unmittelbar neben dem Siegburger Marktplatz gelegen, ist die älteste noch erhaltene Kirche Siegburgs und wer ihre schwere Eingangstür passiert, betritt nicht nur ein Gotteshaus, sondern einen der bedeutendsten Orte mittelalterlicher Kunstgeschichte nördlich der Alpen.

Mit dem Bau der Kirche wurde im Jahr 1169 begonnen. Sie wurde an der Stelle einer älteren, gleichnamigen Vorgängerkirche errichtet, von deren Existenz archäologische Funde zeugen. Der heute existierende Bau wurde mit dem Turm im Jahre 1220 fertiggestellt.
Das romanisch-gotische Bauwerk wurde im 12. und 13. Jahrhundert als dreischiffige Emporenbasilika errichtet. Ein Chor mit drei Apsiden wurde Ende des 13. Jahrhunderts von einem an der Kölner Dombauhütte geschulten Meister im gotischen Stil errichtet. Dieser Chorbau ist ein frühes Beispiel der Rezeption hochgotischer Kölner Domarchitektur und wirkte seinerseits auf Nachfolgebauten wie die Stiftskirche von Vilich aus. Das Langhaus wurde mit spätgotischen Sterngewölben eingewölbt, im südlichen Seitenschiff und in den Emporen sind gotische Kreuzrippengewölbe zu finden. Die Bauteile der romanischen Emporenbasilika wurden nach der letzten Kirchensanierung anhand aufgefundener Farbspuren mit dem typischen „romanischen Rot“ gefasst und hervorgehoben.

Ihre Schatzkammer verleiht ihr überregionale, ja weltweite Bedeutung: Der Siegburger Kirchenschatz gilt als einer der bedeutendsten erhaltenen Kirchenschätze des Mittelalters. Dabei ist es nicht die Anzahl der erhaltenen Objekte, sondern ihre außerordentliche Qualität, die diese Bedeutung ausmacht. Mit insgesamt fünf großen Reliquiaren in Schreinsform ist die Schatzkammer ein Ort von unschätzbarem geistlichem und kunsthistorischem Wert. Allen voran der Annoschrein von 1183, der aus der Werkstatt des Nikolaus von Verdun stammt, desselben Goldschmieds, dem auch der Kölner Dreikönigenschrein zugeschrieben wird.

Die Geschichte des Kirchenschatzes wäre beinahe eine Tragödie geworden. Mit der Auflösung der Abtei im Zuge der Säkularisation geriet dieser Schatz in größte Gefahr. Der zuständige Präfekt entschied 1812, die kostbaren Kunstwerke an die Kirche von Birk, einem Stadtteil von Lohmar, zu übergeben. Als sich die Nachricht in Siegburg verbreitete, waren Zorn und Empörung groß. Nur dem mutigen Eingreifen Siegburger Bürger*innen ist es zu verdanken, dass der Schatz heute nicht in der Pfarrkirche in Lohmar-Birk zu finden ist. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Schatz in einem Bergstollen bei Siegen; im Jahr 1948 kehrte er mit einer großen Prozession nach Siegburg zurück. Und der prächtige Annoschrein selbst trägt bis heute die Spuren der Säkularisation: Nach der Aufhebung der Abtei wurden die silbernen und goldenen Figuren entfernt und eingeschmolzen, vermutlich zu Münzgeld. Was geblieben ist, genügt dennoch, um Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nach Siegburg zu locken.

(Stadtbetriebe Siegburg AöR, Fachbereich Tourismusförderung, 2026)


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