Entdeckung zu Fuß

Zwischen edlen Herrschaften und unedlen Schwermetallen

Entdeckung der Grube Castor und Schloss Ehreshoven

Eine Entdeckung von Bergischer Geschichtsverein


  • Dauer
    Dauer
    45min
  • Strecke
    Strecke
    3,3km
  • Eignung
    Eignung
    familienfreundlich
    für Kinder
  • Themen
    Themen
    Erinnerungskultur
    Industriekultur
    Schlösser, Burgen und Festungen
    Bergbau
  • Epochen
    Epochen
    Industrialisierung
  • Lizenz
    copyright
    CC BY 4.0

Lege direkt los

Teile die Entdeckung, drucke die wichtigsten Informationen aus oder finde den Weg zum Startpunkt deiner Entdeckung ganz einfach auf Google Maps .


Was ihr entdecken könnt

Die Route führt euch durch Kastor und Ehreshoven, die beide zur Gemeinde Engelskirchen gehören. Im Mittelpunkt steht die ehemalige Grube Castor, eines der bedeutendsten Blei- und Zinkerzbergwerke des 19. Jahrhunderts im Bensberger Erzrevier. Aus dem Bergwerk ist die Ortschaft Kastor hervorgegangen, die heute - gemäß der Rechtschreibreform von 1901 - mit „K“ geschrieben wird.

Die Grube Castor wurde ab 1853 von der belgischen Bergbaugesellschaft „Vieille Montagne“ betrieben und erreichte in den 1870er-Jahren ihre größte Blüte. Insgesamt wurden hier zehntausende Tonnen Bleiglanz und Zinkblende gefördert, wodurch die Grube maßgeblich zur industriellen Entwicklung des mittleren Aggertals beitrug. Bis heute ist die Landschaft stark vom historischen Erzbergbau geprägt, nicht zuletzt deshalb stehen die ältesten Teile dieser Infrastruktur als Bodendenkmal unter Schutz. Gleichzeitig liegt das ehemalige Bergbaugebiet größtenteils im Naturschutzgebiet „Grube Kastor“, in dem die für ehemalige Erzgruben typischen Offenland- und Haldenvegetation mit wertvollen Lebensräumen für Reptilien, Insekten und Amphibien zu finden ist.

Lange bevor im 19. Jahrhundert neue Verhüttungsverfahren erstmals eine großtechnische Zinkgewinnung ermöglichten, wurde in Kastor bereits im Mittelalter oberflächennaher Bergbau betrieben. Im 16. Jahrhundert sollen die Grafen von Nesselrode die Hauptgewerkschafter im Bergbau der Region gewesen sein. Aber erst 1745 sind diese sicher als Betreiber einer Grube „bei Loope“ belegt.
Infolge der neuen Verhüttungsverfahren setzte im 19. Jahrhundert eine intensive Phase der Blei- und Zinkförderung im Bergischen Land ein. Die Grube Castor wurde 1853 vom preußischen Oberbergamt an die belgische Aktiengesellschaft „Vieille Montagne“ verliehen, dem bedeutendsten internationalen Zinkkonzern dieser Zeit. Sie gehörte zu dessen „Direktion Bensberg“ mit Sitz in Immekeppel und wurde vor Ort von einem Obersteiger geführt.

Auf dem ehemaligen Grubenareal sind bis heute zahlreiche Spuren des Bergbaus erhalten geblieben, die ihr während der Rundtour entdecken könnt. Entlang des Weges begegnet man überwachsenen Halden und Stollen. Auch historische Gebäude, wie ehemalige Arbeiterhäuser, Betriebsgebäude und das markante Obersteigerhaus, das früher als Wohn- und Verwaltungsgebäude diente, erinnern an die Zeit des Bergwerks. Zu den schönsten und auffälligsten Relikten gehört die historische Hängebrücke Kastor, über die einst die Grubenbahn führte. Sie verband Stollenmundloch und Aufbereitung mit einer Verladerampe am gegenüberliegenden Ufer der Agger, von wo aus die gewonnenen Erze zur Weiterverarbeitung transportiert wurden: Anfangs mit Pferdefuhrwerken und später mit der Eisenbahn. Dank der Grube wurde auch der Bau der Aggertalbahn vorangetrieben sowie der ursprünglich in Loope geplante Bahnhof in Ehreshoven gebaut.
Ebenfalls erhalten sind mehrere Klärteiche, in denen sich früher die Rückstände der Erzaufbereitung absetzten, bevor das Wasser in die Agger geleitet wurde. Noch heute erkennt man anhand des roten Wassers den starken Eisengehalt.

Die Wanderung verbindet diese Zeugnisse der Bergbaugeschichte mit weiteren kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten der Region. Auf dem Weg passiert ihr unter anderem eine kleine Kapelle sowie das eindrucksvolle Schloss Ehreshoven, das malerisch im Tal der Agger liegt. So verbindet die Route Natur, Geschichte sowie Technik und bietet dank der verschiedenen Spots einige interessante Informationen über die Bergbaugeschichte des Aggertals.

Praktische Informationen

Allgemeine Informationen
Die Tour führt teilweise durch das Naturschutzgebiet Grube Kastor, bitte verlasst hier nicht die ausgewiesenen Wege und leint eure Hunde an. Bitte badet nicht in den Teichen am Wegesrand, da es sich um ehemalige Klärteiche handelt, sind diese unter anderem mit Schwermetallen belastet.

Bitte beachtet, dass das ehemalige Obersteigerhaus sowie die anderen erhalten gebliebenen Gebäude bewohnt und damit Privatgrundstücke sind, die nicht einfach betreten werden dürfen. Ebenso befindet sich Schloss Ehreshoven in Privatbesitz und darf nicht einfach betreten werden. Daher ist eine Besichtigung auch nur eingeschränkt möglich. Bitte achtet auf die entsprechenden Beschilderungen.

Inklusive Infos
Die Route ist für Spaziergänger*innen und Familien gut geeignet, da sie hauptsächlich befestigten Wegen folgt. Die Nutzung von Rollatoren und Rollstühlen kann nicht gewährleistet werden. Je nach Wetter sollte wasserfestes Schuhwerk gewählt werden.

Anreise
Die Grube Castor ist sowohl mit dem ÖPNV als auch mit dem Auto zu erreichen. Vor Ort befinden sich Parkmöglichkeiten.

Verpflegung
Bitte bringt euch, falls benötigt, Essen und Trinken mit.


Lege direkt los, indem du den ersten Spot dieser Entdeckung ganz einfach auf Google Maps  findest.


Spots auf deiner Entdeckungsroute