Naturschutzgebiet Grube Kastor bei Loope
Was ihr entdecken könnt
Ein Naturschutzgebiet, das ausweislich zahlreicher Warnschilder die Gesundheit gefährdet? Das NSG „Grube Kastor“ liegt auf den planierten und teilweise abgetragenen Halden der Grube Castor, einem ehemaligen Bergwerk des Bensberger Erzreviers in der Ortschaft Loope der Gemeinde Engelskirchen.
Ein Naturschutzgebiet, das die Gesundheit gefährdet? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich einige Besucher, die den Weg entlang dieser „Mondlandschaft“ nördlich der Agger bei Ehreshoven nehmen und die dort aufgestellten Warnschilder lesen.
Das Naturschutzgebiet umfasst vor allem die Klärteiche und das ehemalioge Haldengelände der Grube Castor jenseits der sogenannten „Schwungbrücke“. Namensgebend für die Grube war der griechisch-römische Held Castor, ein Sohn des Zeus. Das Naturschutzgebiet und die Ortschaft Kastor werden heute aber, der Rechtschreibreform von 1901 folgend, mit „K“ geschrieben. Die Grube gehörte zu den größten Blei- und Zinkerzbergwerken des Bensberger Erzrevier im 19. Jahrhundert. Wichtigster Betriebspunkt war der Zechenplatz am Tiefen Stollen. Zwischen 1853 und der Stilllegung im Jahre 1906 wurden je über 50.000 Tonnen Bleierz und Zinkerz gefördert. Die auf alten Fotos noch hoch aufgetürmten Halden wurden in der Schlussphase zu einen großen Teil abgetragen und weiter verarbeitet.
Zurück blieb ein sehr spezieller Lebensraum für seltene Arten. Dazu gehören auch die Klärteiche, in denen sich die schlammartigen Rückstände der Erzaufbereitung vor der Einleitung des Wassers in die Agger absetzen konnten. Hier ist ein wertvolles Biotop für Wasserinsekten und Amphibien entstanden. Es haben sich Libellen, z.B. die Heidelibellen oder die Geburtshelferkröte angesiedelt.
Die wenig bewachsenen Gewässer und Uferzonen bieten diesem landesweit seltenen und gefährdeten Lurch ideale ausreichend warme Verstecke im Steingeröll. Rundherum liegen spärlich bewachsene Abraumhalden. Auf diesem durch die Schwermetallrückstände stark belasteten Boden kommen nur wahre Spezialisten klar, wie z.B. die Taubenkropf-Nelke und die Rundblättrige Glockenblume. Aber auch wärmeliebende Tierarten wie die Zauneidechse und verschiedene Käfer- und Heuschreckenarten, wie z.B. den Braunen Grashüpfer oder den Nachtigall-Grashüpfer, besiedeln die Flächen zwischen Besenheide und Pfeifengras. Seit 1998 ist das ehemalige Bergwerksgelände offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
(Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Oberberg, 2015. Erstellt im Rahmen des Projektes „Hecke, Hohlweg, Heimat – Kulturlandschaftsvermittlung analog und digital“. Ein Projekt im Rahmen des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege; Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg, 2026)
Internet
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiet Grube Kastor (GM-037) (abgerufen 06.03.2026)
Das Naturschutzgebiet umfasst vor allem die Klärteiche und das ehemalioge Haldengelände der Grube Castor jenseits der sogenannten „Schwungbrücke“. Namensgebend für die Grube war der griechisch-römische Held Castor, ein Sohn des Zeus. Das Naturschutzgebiet und die Ortschaft Kastor werden heute aber, der Rechtschreibreform von 1901 folgend, mit „K“ geschrieben. Die Grube gehörte zu den größten Blei- und Zinkerzbergwerken des Bensberger Erzrevier im 19. Jahrhundert. Wichtigster Betriebspunkt war der Zechenplatz am Tiefen Stollen. Zwischen 1853 und der Stilllegung im Jahre 1906 wurden je über 50.000 Tonnen Bleierz und Zinkerz gefördert. Die auf alten Fotos noch hoch aufgetürmten Halden wurden in der Schlussphase zu einen großen Teil abgetragen und weiter verarbeitet.
Zurück blieb ein sehr spezieller Lebensraum für seltene Arten. Dazu gehören auch die Klärteiche, in denen sich die schlammartigen Rückstände der Erzaufbereitung vor der Einleitung des Wassers in die Agger absetzen konnten. Hier ist ein wertvolles Biotop für Wasserinsekten und Amphibien entstanden. Es haben sich Libellen, z.B. die Heidelibellen oder die Geburtshelferkröte angesiedelt.
Die wenig bewachsenen Gewässer und Uferzonen bieten diesem landesweit seltenen und gefährdeten Lurch ideale ausreichend warme Verstecke im Steingeröll. Rundherum liegen spärlich bewachsene Abraumhalden. Auf diesem durch die Schwermetallrückstände stark belasteten Boden kommen nur wahre Spezialisten klar, wie z.B. die Taubenkropf-Nelke und die Rundblättrige Glockenblume. Aber auch wärmeliebende Tierarten wie die Zauneidechse und verschiedene Käfer- und Heuschreckenarten, wie z.B. den Braunen Grashüpfer oder den Nachtigall-Grashüpfer, besiedeln die Flächen zwischen Besenheide und Pfeifengras. Seit 1998 ist das ehemalige Bergwerksgelände offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
(Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Oberberg, 2015. Erstellt im Rahmen des Projektes „Hecke, Hohlweg, Heimat – Kulturlandschaftsvermittlung analog und digital“. Ein Projekt im Rahmen des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege; Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg, 2026)
Internet
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiet Grube Kastor (GM-037) (abgerufen 06.03.2026)