Hängebrücke "Schwungbrücke" zwischen Ehreshoven und Kastor
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Das 60 Meter lange Bauwerk überspannt das Aggerbett zwischen Ehreshoven und dem ehemaligen Bergwerksgelände Kastor. Es handelt sich um eine Holzkonstruktion, die in acht Stahlseilen hängt. Da beim Begehen Schwingungen aufkommen, wird sie von Einheimischen "Schwungbrücke" genannt.
Die 60 Meter lange Hängebrücke überspannt zwischen Schloss Ehreshoven und dem ehemaligen Bergwerksgelände Grube Castor die Agger. Es handelt sich um eine Holzkonstruktion mit insgesamt acht Stahlseilen. Da beim Begehen Schwingungen entstehen, wird sie von Anwohnenden auch „Schwungbrücke“ genannt.
Beim Bau der Brücke verzichtete der damalige Schlossherr von Ehreshoven, Maximilian Bertram Graf von Nesselrode, unter anderem wegen Hochwassergefahr auf den Bau einer massiven Brücke. Die Familie von Nesselrode war Eigentümerin des gesamten Geländes im Bereich Ehreshoven/Kastor. Die Hängebrücke konnte zudem mit vor Ort vorhandenen Materialien errichtet werden: Bauholz vom Zechenplatz und Drahtseile, die beim regelmäßig erforderlichen Austausch der Förderseile übrig blieben.
Erbaut wurde die Hängebrücke zwischen 1860 und 1870, um die aufbereiteten Blei- und Zinkerze von der Grube Castor auf die Ehreshovener Seite der Agger zu transportieren. Befördert wurde das Erz in auf Schienen laufenden Loren, die von Hand geschoben wurden. Die Schienen endeten am südlichen Brückenende in einer Drehbühne auf einer Rampe. Hier wurden die Loren in größere Transportfahrzeuge entleert. Anfangs waren es Pferdefuhrwerke, die das Erz 35 Kilometer talabwärts zum Bahnanschluss Siegburg beförderten. Von dort wurde es per Eisenbahn zur Verhüttung nach Essen-Borbeck transportiert. Als 1884 das erste Teilstück der Aggertalbahn Siegburg-Ründeroth fertiggestellt war, erhielt die Brückenrampe eigenen Gleisanschluss zum Bahnhof Ehreshoven.
Im Laufe der Zeit waren mehrere Sanierungen der Brücke erforderlich. Die erste im Jahr 1925, nur ein Jahr vor Einstellung des Grubenbetriebs. Seitdem dient die Schwungbrücke als öffentlicher Fußgängerüberweg. 1950 wurde die Holzkonstruktion einschließlich der beiden hochaufragenden Stützpfeiler - der Pylone - wohl komplett erneuert. Im Zuge dessen wurden ebenfalls die Schienen entfernt und ein neuer Holzbodenbelag verlegt. 1974 mussten die Seile ersetzt werden. Die neuen Seile wurden zusätzlich in Stahlbetonplatten verankert. 1990 wurde die Brücke wegen statischer Probleme gesperrt. Die Gemeinde Engelskirchen plante, die „Schwungbrücke“ abzureißen und durch eine massive Betonbrücke zu ersetzen. Allerdings setzte sich der Bürger- und Verschönerungsverein Loope für den Erhalt der Hängebrücke ein. Dafür lieferte der Verein unter anderem Gutachten und statische Berechnungen. Rat und Verwaltung der Gemeinde Engelskirchen schlossen sich nach anfänglichen Bedenken den Sanierungsvorschlägen an und bewilligten die erforderlichen finanziellen Mittel. Die folgenden Restaurierungsarbeiten wurden schließlich zum größten Teil von den Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins in Eigenleistung ausgeführt. Im Rahmen eines Volksfestes wurde die Brücke am 12. Mai 1996 nach der Segnung durch den katholischen und den evangelischen Pfarrer der Gemeinde wiedereröffnet.
Heute ist die Brücke eine von drei als technisches Denkmal eingetragenen Fußgänger-Hängebrücken im Rheinland.
(Karl-Heinz Lüdenbach, nach „Loope. Ein Heimatbuch“, 2012 / Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Oberberg, 2013. Erstellt im Rahmen des Projektes „Hecke, Hohlweg, Heimat - Kulturlandschaftsvermittlung analog und digital“. Ein Projekt im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt / Ergänzungen von Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg, 2026 / überarbeitete Version des Objekteintrags: Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe 2026)
Beim Bau der Brücke verzichtete der damalige Schlossherr von Ehreshoven, Maximilian Bertram Graf von Nesselrode, unter anderem wegen Hochwassergefahr auf den Bau einer massiven Brücke. Die Familie von Nesselrode war Eigentümerin des gesamten Geländes im Bereich Ehreshoven/Kastor. Die Hängebrücke konnte zudem mit vor Ort vorhandenen Materialien errichtet werden: Bauholz vom Zechenplatz und Drahtseile, die beim regelmäßig erforderlichen Austausch der Förderseile übrig blieben.
Erbaut wurde die Hängebrücke zwischen 1860 und 1870, um die aufbereiteten Blei- und Zinkerze von der Grube Castor auf die Ehreshovener Seite der Agger zu transportieren. Befördert wurde das Erz in auf Schienen laufenden Loren, die von Hand geschoben wurden. Die Schienen endeten am südlichen Brückenende in einer Drehbühne auf einer Rampe. Hier wurden die Loren in größere Transportfahrzeuge entleert. Anfangs waren es Pferdefuhrwerke, die das Erz 35 Kilometer talabwärts zum Bahnanschluss Siegburg beförderten. Von dort wurde es per Eisenbahn zur Verhüttung nach Essen-Borbeck transportiert. Als 1884 das erste Teilstück der Aggertalbahn Siegburg-Ründeroth fertiggestellt war, erhielt die Brückenrampe eigenen Gleisanschluss zum Bahnhof Ehreshoven.
Im Laufe der Zeit waren mehrere Sanierungen der Brücke erforderlich. Die erste im Jahr 1925, nur ein Jahr vor Einstellung des Grubenbetriebs. Seitdem dient die Schwungbrücke als öffentlicher Fußgängerüberweg. 1950 wurde die Holzkonstruktion einschließlich der beiden hochaufragenden Stützpfeiler - der Pylone - wohl komplett erneuert. Im Zuge dessen wurden ebenfalls die Schienen entfernt und ein neuer Holzbodenbelag verlegt. 1974 mussten die Seile ersetzt werden. Die neuen Seile wurden zusätzlich in Stahlbetonplatten verankert. 1990 wurde die Brücke wegen statischer Probleme gesperrt. Die Gemeinde Engelskirchen plante, die „Schwungbrücke“ abzureißen und durch eine massive Betonbrücke zu ersetzen. Allerdings setzte sich der Bürger- und Verschönerungsverein Loope für den Erhalt der Hängebrücke ein. Dafür lieferte der Verein unter anderem Gutachten und statische Berechnungen. Rat und Verwaltung der Gemeinde Engelskirchen schlossen sich nach anfänglichen Bedenken den Sanierungsvorschlägen an und bewilligten die erforderlichen finanziellen Mittel. Die folgenden Restaurierungsarbeiten wurden schließlich zum größten Teil von den Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins in Eigenleistung ausgeführt. Im Rahmen eines Volksfestes wurde die Brücke am 12. Mai 1996 nach der Segnung durch den katholischen und den evangelischen Pfarrer der Gemeinde wiedereröffnet.
Heute ist die Brücke eine von drei als technisches Denkmal eingetragenen Fußgänger-Hängebrücken im Rheinland.
(Karl-Heinz Lüdenbach, nach „Loope. Ein Heimatbuch“, 2012 / Bürger- und Verschönerungsverein Loope e. V. in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Oberberg, 2013. Erstellt im Rahmen des Projektes „Hecke, Hohlweg, Heimat - Kulturlandschaftsvermittlung analog und digital“. Ein Projekt im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt / Ergänzungen von Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg, 2026 / überarbeitete Version des Objekteintrags: Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe 2026)