Grube Castor bei Loope
Was ihr entdecken könnt
Die Grube Castor gehörte zu den bedeutenden Blei- und Zinkerzbergwerken des Bensberger Erzreviers im 19. Jahrhundert. Sie liegt nordöstlich von Schloss Ehreshoven bei Engelskirchen-Kastor und prägte maßgeblich die industrielle Entwicklung des mittleren Aggertals.
Die nordöstlich von Schloss Ehreshoven liegende Grube Castor gehörte im 19. Jahrhundert zu den bedeutenden Blei- und Zinkerzbergwerken des Bensberger Erzreviers und prägte maßgeblich die industrielle Entwicklung des mittleren Aggertals.
Ihr Betrieb begann im Jahr 1853 unter der belgischen Gesellschaft „Vieille Montagne“, die regional „Gesellschaft Altenberg“ genannt wurde. In den 1870er Jahren erreichte sie ihre größte Blüte. Namensgebend für die Grube war der griechisch-römische Held Castor, ein Sohn des Zeus.
Die Lagerstätte ist Teil des „Bensberger Erzreviers“ und weist mehrere metallführende Gangzüge auf. Besonders wichtig waren der stark zinkblendehaltige Castorgang und der stark bleiglanzführende Maxgang, die mehrere hundert Meter lang sind, mit teilweise bis zu 10 Meter mächtigen Vorkommen. Wie bei vielen Gruben im Bensberger Erzrevier, lagen die reichsten Erze in den oberen Teufen - Bergmannssprache für Tiefen -, was den frühen Bergbau sehr begünstigte. Im Mittelalter war nur der silberhaltige Bleiglanz verwertbar; die Zinkblende konnte erst im 19. Jahrhundert verhüttet werden. Ein eindrucksvoller, circa 600 Meter langer Pingenzug - eine Kette von Einsturztrichtern im Gelände - auf dem Castorgang stammt anscheinend vom mittelalterlichen Abbau in kleinen, brunnenartigen Schächten.
Bei Sucharbeiten durch das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege wurde 2020, neben mittelalterlichen Werkzeugen, auch eine Münze aus der Regierungszeit Kaiser Ottos III. (980-1002) gefunden. Demnach könnte hier schon im späten 10. Jahrhundert Bergbau stattgefunden haben.
Aus den Bergwerksakten geht hervor, dass auch der obere Stollen der Grube Castor noch „von den Alten“ begonnen worden sei. Demnach ist dieser noch vor Einführung des Sprengstoffs im Spätmittelalter oder in der Frühen Neuzeit händisch vorgetrieben worden.
Beginn des industriellen Grubenbetriebs
1853 wurde der „Obere Stollen“ bei der Ortschaft Westen erneut in Betrieb genommen. 1856 folgte der Ausbau des neuen, etwa 40 Meter tieferliegenden „Tiefen Stollens“. Fünf Jahre später war er um 510 Meter vorgetrieben und erreichte die Erzlagerstätte.
Blütezeit und Niedergang
1868 wurde der Maxgang durch den „Tiefen Stollen“ erschlossen, so dass reiche Bleierzmittel gewonnen werden konnten. Damit begann die Blütephase der Grube Castor. Zwischen 1875 und 1886 wurden mehrere Schächte gebaut, um weitere Tiefbausohlen zu erschließen.
Mit zunehmender Förderung stieg die Beschäftigungszahl auf bis zu 400 Personen im Jahre 1883, sank bis zum Jahr der Schließung aber wieder auf circa 100 Personen, da bereits in den 1890er Jahren die Erzvorkommen stark nachließen. 1906 wurde der Abbau eingestellt und die Pumpen wurden stillgelegt, so dass die Grube bis zum tiefen Stollen „absoff“. Sporadische Versuchsarbeiten in höheren Teufen erfolgten noch bis 1929. Die Aufbereitung wurde für eine mögliche Wiederaufnahme des Betriebs erhalten und tatsächlich wurden noch 1926 Erze aus der drei Kilometer entfernten Grube Bruno II verarbeitet. Zu diesem Zweck wurde eine Seilbahn errichtet, die das Erz von dort beförderte. Aufgrund mangelnder Erträge wurde die Seilbahn 1931 demontiert, im folgenden Jahr geschah das gleiche mit den verbliebenen Betriebsanlagen.
(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg e.V., 2025/ gekürzte u. überarbeitete Version des Objekteintrags: Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)
Ihr Betrieb begann im Jahr 1853 unter der belgischen Gesellschaft „Vieille Montagne“, die regional „Gesellschaft Altenberg“ genannt wurde. In den 1870er Jahren erreichte sie ihre größte Blüte. Namensgebend für die Grube war der griechisch-römische Held Castor, ein Sohn des Zeus.
Die Lagerstätte ist Teil des „Bensberger Erzreviers“ und weist mehrere metallführende Gangzüge auf. Besonders wichtig waren der stark zinkblendehaltige Castorgang und der stark bleiglanzführende Maxgang, die mehrere hundert Meter lang sind, mit teilweise bis zu 10 Meter mächtigen Vorkommen. Wie bei vielen Gruben im Bensberger Erzrevier, lagen die reichsten Erze in den oberen Teufen - Bergmannssprache für Tiefen -, was den frühen Bergbau sehr begünstigte. Im Mittelalter war nur der silberhaltige Bleiglanz verwertbar; die Zinkblende konnte erst im 19. Jahrhundert verhüttet werden. Ein eindrucksvoller, circa 600 Meter langer Pingenzug - eine Kette von Einsturztrichtern im Gelände - auf dem Castorgang stammt anscheinend vom mittelalterlichen Abbau in kleinen, brunnenartigen Schächten.
Bei Sucharbeiten durch das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege wurde 2020, neben mittelalterlichen Werkzeugen, auch eine Münze aus der Regierungszeit Kaiser Ottos III. (980-1002) gefunden. Demnach könnte hier schon im späten 10. Jahrhundert Bergbau stattgefunden haben.
Aus den Bergwerksakten geht hervor, dass auch der obere Stollen der Grube Castor noch „von den Alten“ begonnen worden sei. Demnach ist dieser noch vor Einführung des Sprengstoffs im Spätmittelalter oder in der Frühen Neuzeit händisch vorgetrieben worden.
Beginn des industriellen Grubenbetriebs
1853 wurde der „Obere Stollen“ bei der Ortschaft Westen erneut in Betrieb genommen. 1856 folgte der Ausbau des neuen, etwa 40 Meter tieferliegenden „Tiefen Stollens“. Fünf Jahre später war er um 510 Meter vorgetrieben und erreichte die Erzlagerstätte.
Blütezeit und Niedergang
1868 wurde der Maxgang durch den „Tiefen Stollen“ erschlossen, so dass reiche Bleierzmittel gewonnen werden konnten. Damit begann die Blütephase der Grube Castor. Zwischen 1875 und 1886 wurden mehrere Schächte gebaut, um weitere Tiefbausohlen zu erschließen.
Mit zunehmender Förderung stieg die Beschäftigungszahl auf bis zu 400 Personen im Jahre 1883, sank bis zum Jahr der Schließung aber wieder auf circa 100 Personen, da bereits in den 1890er Jahren die Erzvorkommen stark nachließen. 1906 wurde der Abbau eingestellt und die Pumpen wurden stillgelegt, so dass die Grube bis zum tiefen Stollen „absoff“. Sporadische Versuchsarbeiten in höheren Teufen erfolgten noch bis 1929. Die Aufbereitung wurde für eine mögliche Wiederaufnahme des Betriebs erhalten und tatsächlich wurden noch 1926 Erze aus der drei Kilometer entfernten Grube Bruno II verarbeitet. Zu diesem Zweck wurde eine Seilbahn errichtet, die das Erz von dort beförderte. Aufgrund mangelnder Erträge wurde die Seilbahn 1931 demontiert, im folgenden Jahr geschah das gleiche mit den verbliebenen Betriebsanlagen.
(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg e.V., 2025/ gekürzte u. überarbeitete Version des Objekteintrags: Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)