Tiefer Stollen und Zechenplatz der Grube Castor bei Loope
Was ihr entdecken könnt
Nachdem in den ersten Betriebsjahren der Grube Castor in der heutigen Gemeinde Engelskirchen nur am Oberen Stollen gefördert worden war, setzte die belgische Bergwerksgesellschaft "Vieille Montagne" ab 1856 einen neuen Stollen an, dessen Sohle etwa 40 Meter tiefer lag.
Nachdem in den ersten Betriebsjahren der Grube Castor nur am „Oberen Stollen“ gefördert worden war, der etwa 400 Meter hangaufwärts von der heutigen Ortschaft Kastor lag, setzte die belgische Bergwerksgesellschaft „Vieille Montagne“ ab 1856 einen neuen Stollen an, dessen Sohle etwa 40 Meter tiefer lag. Dieser sogenannte „Tiefe Stollen“ wurde im unten Talbereich der Aggeraue vorgetrieben, um die Erzlager in größerer Tiefe zu erreichen und gleichzeitig eine natürliche Entwässerung des Bergwerks sicherzustellen.
Nur fünf Jahre später war der Stollen rund 510 Meter weit in das Gestein getrieben und traf auf die Erzgänge: zunächst den Castor- und später auch den Maxgang. Die Erschließung der tieferen Lagerstätten ermöglichte den Abbau von reichen Blei- und Zinkerzen. Die Grube gewann dadurch erheblich an Bedeutung. 1872 wurde sie kurzzeitig sogar das produktivste Bleibergwerk im gesamten „Bensberger Erzrevier“.
Vor dem Mundloch wurde schrittweise, vermutlich ab 1861, eine neue, moderne Aufbereitungsanlage errichtet. So war der Weg für die aus dem Stollen geförderten Erze sehr einfach und kurz. Dafür musste nun aber das übrigbleibende erzfreie Gestein von der Aufbereitung hangaufwärts verfrachtet werden, wo es im Bereich des heutigen Naturschutzgebietes abgekippt wurde. Normalerweise werden Halden talabwärts gekippt, da sich die Aufbereitungsanlage jedoch bereits ganz unten im Tal befand, war dies nicht möglich.
Der „Tiefe Stollen“ konnte seine Produktivität allerdings nur wenige Jahre aufrechterhalten, da die Erzqualität auf den tieferen Sohlen nachließ. Zum Ende des Grubenbetriebs diente er nur noch zur Entwässerung, während wieder in höheren Teufen - Bergmannsprache für Tiefen - abgebaut wurde. Dort befanden sich aber nur Erzreste, sodass die erste Stilllegung der Grube 1908 vorhersehbar war.
Die Aufbereitung blieb jedoch erhalten. Ab 1922 führten neue Versuchsarbeiten zu einer geringen Produktion. Auch die Erze der benachbarten Grube Bruno II wurden ab 1924 mit einer Seilbahn über die Agger gebracht und hier aufbereitet. Die Bemühungen blieben allerdings wenig rentabel und 1929 musste die Grube schließlich endgültig geschlossen werden. Die Anlagen wurden in den folgenden Jahren größtenteils abgerissen und verkauft.
Der Zechenplatz vor dem „Tiefen Stollen“ hat viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahrt, auch wenn kaum Originalgebäude erhalten sind. Nur der Giebel der Aufbereitungshalle ist noch in der Fassade des benachbarten Transformatorenhauses zu erkennen. Das Mundloch des „Tiefen Stollens“ wird heute von einem vorgesetzten privaten Wohnhaus verdeckt. Es befindet sich in der dahinterliegenden Hangstützmauer aus Bruchstein, die Decke des Stollens ist vom darauf laufenden Weg zu sehen.
Neben den beiden alten Klärteichen ist eines der Nebengebäude, das bereits vor 1895 errichtet wurde, weitgehenden original erhalten (Haus Kastor Nummer 25). Die ehemaligen Magazingebäude im Westen sind beim Umbau zu Wohngebäuden hingegen stark verändert worden. Sehr gut erhalten ist das alte Obersteigerhaus (Haus Kastor Nummer 3), das den Zechenplatz im Osten überragt.
(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg e.V., 2026 / überarbeitete Version des KuLaDig-Objekteintrags; Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)
Nur fünf Jahre später war der Stollen rund 510 Meter weit in das Gestein getrieben und traf auf die Erzgänge: zunächst den Castor- und später auch den Maxgang. Die Erschließung der tieferen Lagerstätten ermöglichte den Abbau von reichen Blei- und Zinkerzen. Die Grube gewann dadurch erheblich an Bedeutung. 1872 wurde sie kurzzeitig sogar das produktivste Bleibergwerk im gesamten „Bensberger Erzrevier“.
Vor dem Mundloch wurde schrittweise, vermutlich ab 1861, eine neue, moderne Aufbereitungsanlage errichtet. So war der Weg für die aus dem Stollen geförderten Erze sehr einfach und kurz. Dafür musste nun aber das übrigbleibende erzfreie Gestein von der Aufbereitung hangaufwärts verfrachtet werden, wo es im Bereich des heutigen Naturschutzgebietes abgekippt wurde. Normalerweise werden Halden talabwärts gekippt, da sich die Aufbereitungsanlage jedoch bereits ganz unten im Tal befand, war dies nicht möglich.
Der „Tiefe Stollen“ konnte seine Produktivität allerdings nur wenige Jahre aufrechterhalten, da die Erzqualität auf den tieferen Sohlen nachließ. Zum Ende des Grubenbetriebs diente er nur noch zur Entwässerung, während wieder in höheren Teufen - Bergmannsprache für Tiefen - abgebaut wurde. Dort befanden sich aber nur Erzreste, sodass die erste Stilllegung der Grube 1908 vorhersehbar war.
Die Aufbereitung blieb jedoch erhalten. Ab 1922 führten neue Versuchsarbeiten zu einer geringen Produktion. Auch die Erze der benachbarten Grube Bruno II wurden ab 1924 mit einer Seilbahn über die Agger gebracht und hier aufbereitet. Die Bemühungen blieben allerdings wenig rentabel und 1929 musste die Grube schließlich endgültig geschlossen werden. Die Anlagen wurden in den folgenden Jahren größtenteils abgerissen und verkauft.
Der Zechenplatz vor dem „Tiefen Stollen“ hat viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahrt, auch wenn kaum Originalgebäude erhalten sind. Nur der Giebel der Aufbereitungshalle ist noch in der Fassade des benachbarten Transformatorenhauses zu erkennen. Das Mundloch des „Tiefen Stollens“ wird heute von einem vorgesetzten privaten Wohnhaus verdeckt. Es befindet sich in der dahinterliegenden Hangstützmauer aus Bruchstein, die Decke des Stollens ist vom darauf laufenden Weg zu sehen.
Neben den beiden alten Klärteichen ist eines der Nebengebäude, das bereits vor 1895 errichtet wurde, weitgehenden original erhalten (Haus Kastor Nummer 25). Die ehemaligen Magazingebäude im Westen sind beim Umbau zu Wohngebäuden hingegen stark verändert worden. Sehr gut erhalten ist das alte Obersteigerhaus (Haus Kastor Nummer 3), das den Zechenplatz im Osten überragt.
(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg e.V., 2026 / überarbeitete Version des KuLaDig-Objekteintrags; Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)