Entdeckung zu Fuß

Reise ins mittelalterliche Zons

Von Türmen, Stadtmauern und einem Bunker

Eine Entdeckung von Lea Recken


  • Dauer
    Dauer
    3h
  • Strecke
    Strecke
    3km
  • Eignung
    Eignung
    familienfreundlich
    für Kinder
  • Themen
    Themen
    Stadtgeschichte
    Schlösser, Burgen und Festungen
    Denkmal
  • Epochen
    Epochen
    Mittelalter
    Zweiter Weltkrieg
  • Lizenz
    copyright
    CC BY 4.0

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Was ihr entdecken könnt

Die Route führt euch durch die mittelalterliche Zollfeste Zons, die heute ein Stadtteil Dormagens ist.
Die noch in weiten Teilen erhaltene, ehemals kurkölnische Zollfeste stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist ein einzigartiges Beispiel einer befestigten mittelalterlichen Stadt im Rheinland. Zollfesten waren befestigte Anlagen, an denen Zölle erhoben wurden. In Zons wurden der Handel und die Handelswege kontrolliert und gesichert; das heißt, es wurde von den durchfahrenden Schiffen Zoll verlangt. Gleichzeitig diente die Feste auch der militärischen Verteidigung.

Die linksrheinisch liegende Festungsanlage war komplett von einer Stadtmauer umgeben und lag ursprünglich am Ufer einer Rheinschlinge bis sich zwischen 1550 und 1650 der Rhein verlagerte. Bis der Fluss im 18. Jahrhundert nicht mehr direkt an der Stadtmauer vorbeiführte. Heute befindet sich Zons circa 500 Meter vom Rheinufer entfernt.

In Zons könnt ihr heute etwa noch große Teile der alten Stadtmauer samt Mauergraben und Wehrtürmen besichtigen, eine alte Mühle mit Originalmahlwerk aus dem 17. Jahrhundert, eine Burg samt Schlossgarten, viele verwinkelte Straßen und Gässchen sowie das älteste Wohnhaus Zons aus dem Jahr 1620.

Geschichte
Die Stadt Zons wurde im Jahre 1373 durch Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden gegründet, der dem Ort die Stadtrechte verlieh. Das bedeutete, dass Zons das Marktrecht erhielt sowie das Recht zur Befestigung der Stadt mit Mauern, Türmen, Festungswerken und Gräben. Die Befestigung der Stadt war nötig geworden, denn nur ein Jahr zuvor verlegte der Erzbischof aufgrund zunehmender Streitigkeiten mit der Neusser Bürgerschaft den Rheinzoll von Neuss nach Zons.
Sechzehn Jahre später wurde die äußere Stadtbefestigung mit dem Bau des noch heute erhaltenen Rheinturms vollendet.

Die Zollstätte Zons blickt also auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Neben Bränden, Hochwassern und Pestwellen war die Stadt aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage oft Teil kriegerischer Auseinandersetzungen - sei es als Angriffsziel oder als Operationsbasis. Unter anderem war Zons von den Wirren der Reformation betroffen, dem Achtzigjährigen Krieg und zahlreichen machtpolitischen Konflikten am Niederrhein.

Die Befestigungen sicherten nicht nur die Zollstätte, sondern auch den weltlichen Herrschaftsanspruch des Erzbistums Köln am linken Niederrhein und brachten den Besitzern hohe Einnahmen. Im Falle Zons war das sehr wichtig, da es bei Finanznot ein attraktives Pfandobjekt war und zur Absicherung oder Tilgung von Schulden verwendet wurde.
Um 1450 verpfändete etwa Erzbischof Dietrich II. von Moers die Hälfte von Zons, und damit auch die Zolleinnahmen, an das Kölner Domkapitel. Dieses hatte sich für von Moers Schulden verbürgt und konnte diese nach dessen Tod 1463 nicht abbezahlen. Deshalb war es selbst gezwungen, Güter zu verpfänden. Um sich für die entstandenen Verluste zu entschädigen und sich abzusichern, behielt das Domkapitel Zons weiterhin: Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb die Zollfeste in dessen Pfandherrschaft.
Allerdings wurden die Zolleinnahmen aufgrund von Kriegen und Besatzungen immer wieder aus Zons wegverlegt. Grundsätzlich wurde dort aber bis Ende des 18. Jahrhunderts Zoll erhoben.
Nach der französischen Besetzung der linksrheinischen Gebiete 1794 im Zuge der Französischen Revolution änderten sich schließlich die Zollverhältnisse. Die Franzosen wollten nämlich unter anderem den Zoll abschaffen. Auch wenn dies nicht so schnell umzusetzen war, wurde das Domkapitel als Landeherrschaft aufgelöst und erhielt 1798 das letzte Mal Zoll aus Zons.

Im Zuge der französischen Besatzung wurde Burg Friedestrom konfisziert und Anfang 1800 in private Hände versteigert.

Praktische Informationen

Anreise
Ihr könnt Zons sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto erreichen. Wenn ihr mit dem Auto anreist, könnt ihr auf verschiedenen kostenpflichtigen Parkplätzen gut parken.
Mit dem Zug könnt ihr bis zum Bahnhof Dormagen oder Nievenheim fahren. Von beiden Orten geht es dann mit dem Bus weiter nach Zons.

Bitte achtet darauf, dass im Schlossgarten eine Leinenpflicht für Hunde besteht!

Gastronomie und Toiletten
In ganz Zons gibt es verschiedene gastronomische Angebote. Wenn ihr hier etwas verzehrt, könnt ihr auch die dortigen Toiletten nutzen. Ansonsten befindet sich am Rheintorparkplatz auch eine öffentliche Toilette, die von 8 bis 19 Uhr geöffnet ist und barrierearm genutzt werden kann.

Inklusive Infos
Zons ist eingeschränkt barrierefrei. Die Stadt ist zwar größtenteils ohne Steigungen und alle Orte bis auf den Bunker sind ohne Treppen zu erreichen, allerdings sind viele der Straßen mit Kopfsteinpflaster gepflastert und daher uneben.

Besonders an Wochenenden, in den Ferien und bei schönem Wetter kann es in Zons sehr voll und laut werden. Wenn ihr Menschenansammlungen meiden wollt, empfehlen wir einen Besuch unter der Woche oder bei bedecktem Wetter.

Öffnungszeiten
Der Mühlenturm kann saisonal besichtigt werden (Stand 2025): Am Wochenende und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr. Bitte informiert euch hier aber immer noch einmal vorab.
Das Falknereimuseum im Krötschenturm hat samstags, sonntags und feiertags von 12:30 bis 15 Uhr geöffnet.
Bitte beachtet ebenfalls, dass der Schlosspark von Burg Friedestrom nur tagsüber betretbar ist.

Der Bunker kann ebenfalls nur saisonal und mit einer Führung besucht werden. Ihr könnt euch auf der Website der Luftschutzanlagen Rhein-Kreis Neuss über Führungen informieren: luftschutzanlagen-rhein-kreis-neuss


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