spot

Luftschutzbunker am Feldtor in Zons


Lege direkt los

Teile den Spot, drucke die wichtigsten Informationen aus oder lege direkt los indem du den Spot ganz einfach auf Google Maps  findest.


Was ihr entdecken könnt

Am Feldtor in Zons befindet sich direkt im Graben der historischen Stadtbefestigung ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

An der Schlossstraße stadtauswärts befindet sich links, direkt an die noch erhaltene Stadtmauer angebaut, eine etwas zurückgesetzte Backsteinmauer mit einer blauen Metalltür. Hier, wo bis in die 1830er Jahre das Feldtor stand, wurde 1944 ein Tiefschutzbunker gebaut. Der Bau war bereits im Herbst 1943 von der Stadt Zons in Auftrag gegeben worden. Heute befindet sich oberhalb des Bunkers der Bouleplatz.

Zunächst wurde der zivile Luftschutz vom NS-Regime nicht priorisiert. Erst als sich ab 1940 im Verlaufe der „Luftschlacht um England“ der Bombenkrieg auch auf Wohngebiete ausweitete, wurde der Bunkerbau für die Zivilbevölkerung mit dem sogenannten Führer-Soforterlass vorangetrieben. Zu Beginn lag der Fokus auf Großstädten, bis der Erlass 1943 auch auf die Luftschutzorte II. und III. - also kleinere Städte und Landgemeinden - ausgeweitet wurde. Außerdem bestand im heutigen Rhein-Kreis Neuss bis Mai 1943 ein Bauverbot für Bunker außerhalb bestehender Gebäude. Der Bunker am Feldtor war einer von drei in Zons. Heute ist er der Einzige noch zugängliche.

Der Bunker wurde zwischen Januar und Februar von rund 65 italienischen Kriegsgefangenen gebaut, die auf einem Bauernhof untergebracht waren und nur über unzureichend Kleidung und Nahrung verfügten.
Obwohl ein Baustoffmangel herrschte und der Großteil des vorhandenen Stahls in der Rüstungsindustrie gebraucht wurde, kamen beim Bunker in Zons ungewöhnlich viel Stahl und Beton zum Einsatz. Er weist eine Deckendicke von knapp 2 Metern auf und die Wände sind zwischen einem und 1,4 Metern dick.
Trotzdem weist der Bunker keine sonderlich gute Bauqualität auf. Da viel Sickerwasser eindringt, ist er sehr feucht. Dies liegt unter anderem an der Verwendung von sogenanntem Blaubeton, der erst nach circa 80 Jahren aushärtet. So haben sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in manchen Kammern Stalaktiten, also Tropfsteine, gebildet, die noch immer betrachtet werden können.

Der Bunker ist kammerartig aufgebaut. Insgesamt führen 14 Treppenstufen hinunter in die Anlage. Zuerst gelangt man in die durch zwei Türen gesicherte Gasschleuse. An diesen schließt ein Vorraum an, der dann in den „Hauptraum“ führt. Dieser besteht aus elf länglichen und recht schmalen Schutzräumen. Die Räume boten etwa 200 Zonser*innen Schutz und die Plätze waren fest zugeordnet. Die Zellen verfügten über ein Belüftungssystem aus Eisenrohren, die an der zum Wallgraben liegenden Seite des Bunkers aus der Erde ragen. Zu dieser Seite, in den Wallgraben, führt auch der Notausgang. Er befindet sich in etwa zwei Metern Höhe über dem Boden des Bunkers, ist nur durch eine Leiter erreichbar und war ebenfalls durch eine Gasschleuse gesichert.

Eine Besonderheit des Bunkers sind die vier modernen Toiletten mit Frisch- und Abwasserleitungen in einem der Räume. Das war ungewöhnlich, gab es in anderen Bunkern meistens nur einfache Eimer, um die Notdurft zu verrichten. Generell waren die Bunker nur für kurze Aufenthalte eingerichtet, da Luftalarme und Überflüge selten länger als 90 Minuten dauerten.

Erst seit 2020 ist der Bunker wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Heute werden vom Verein Luftschutzanlagen Rhein-Kreis Neuss regelmäßig Führungen angeboten. Der Bunker ist ein bedeutendes Zeugnis der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs, dessen weitgehend originaler Zustand dabei helfen kann, den Kriegsalltag und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu veranschaulichen.

(Lea Recken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


Lege direkt los, indem du den Spot ganz einfach auf Google Maps  findest.



Entdeckungen mit diesem Spot