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Juddeturm in Zons
Was ihr entdecken könnt
Der Juddeturm ist ein Eckturm der Befestigungsanlage von Burg Friedestrom, der als Wohnturm und Verlies diente. Mit seinen stolzen 36 Metern war der Juddeturm lange Zeit der höchste Turm der Stadt Zons.
Der Juddeturm mit seiner barocken Dachhaube liegt als Eckturm innerhalb des die Burg Friedestrom umgebenden Mauerbereichs im Südwesten der Stadt. Diese Mauern gehören nicht zur Stadtmauer der Altstadt Zons, sondern grenzen die Vorburg vom übrigen Teil der Stadt ab.
Mit seinen stolzen 36 Metern war der Juddeturm lange Zeit der höchste Turm der Stadt Zons, bis ihm 1879 der Turm der neuen St. Martinus Kirche diesen Rang ablief. Von außen ist er besonders gut von der Schlossstraße aus zu bewundern.
Da der Juddeturm in der äußersten Ecke des Burgenbereichs - und damit zeitgleich auch zentral in der Stadtfläche - gelegen ist, ist anzunehmen, dass er den Bürgern Zons optisch die Macht des Erzbischofs vor Augen führen sollte.
Der Eingang zum Turm liegt innerhalb des Burggeländes, das nicht durchgehend zugänglich ist. Eine Außentreppe, die an die Burgmauer angebaut ist, führt hinauf zum Turmeingang. Links neben dem Turmeingang befindet sich ein rechteckiges Wachtgebäude, das nachträglich von außen an die Mauer gesetzt wurde. Unterhalb des Eingangs befindet sich außerdem ein zugemauerter Torbogen, der früher als Zugang aus der Stadt heraus in die Vorburg genutzt wurde.
Zudem schließt an die nördliche Burgbereichsmauer ein halb nach außen angesetzter Treppenturm an, der mit seinen sowohl nach außen als auch nach innen gerichteten Schießscharten der Verteidigung diente.
In Urkunden ist seit dem 12. Jahrhundert ein Herrengut in Zons dokumentiert, dass wahrscheinlich der Vorgängerbau von Burg Friedestrom war. Es ist anzunehmen, dass der Juddeturm bereits im 13. Jahrhundert Teil der Umfassungsmauer dieses Guts war.
Es wird zudem davon ausgegangen, dass der Juddeturm seinen Namen der Patrizierfamilie „Judde“ aus Köln verdankt, der der Turm einige Zeit lang gehörte. Allerdings ist ebenfalls denkbar, dass der Name auf seine Bezeichnung als „Jute Turm“ (Gutsturm) oder „Judexturm“ (Richterturm; Judex = Richter) zurückzuführen ist, da in seinen oberen Geschossen möglicherweise Recht gesprochen wurde.
Privat genutzt wurde der Turm nur teilweise: Nur die Zimmer in den oberen Stockwerken - zu diesen führt die äußere Treppe - waren bewohnt. Für das Jahr 1620 sind zwei Schlafstellen belegt, die von den dort dauerhaft stationierten Wachposten genutzt wurden.
Das Erdgeschoss war fenster- und türlos, diente als Verlies und zeitweise auch als Schatzkammer. Zugänglich war das Erdgeschoss lediglich über eine Luke, durch die die Inhaftierten oder die „Schätze“ mit einer Seilvorrichtung hinuntergelassen wurden. Die einzige Lichtquelle an diesem finsteren Ort war ein schmaler Schlitz an der Seite des Turms.
Die Vorstellung an so einem Ort eingesperrt zu sein, ist so schauerlich, dass sich bis heute zahlreiche Legenden um den Turm ranken. Etwa, dass sich noch immer in den Fensterscheiben die Gesichter der verzweifelten Gefangenen spiegeln.
Hinweis
Der Juddeturm ist als Teil der Burg Friedestrom eingetragenes Baudenkmal (Denkmal Nr. 2.07).
(Lea Recken, Digitales Kulturerbe LVR, 2025)
Mit seinen stolzen 36 Metern war der Juddeturm lange Zeit der höchste Turm der Stadt Zons, bis ihm 1879 der Turm der neuen St. Martinus Kirche diesen Rang ablief. Von außen ist er besonders gut von der Schlossstraße aus zu bewundern.
Da der Juddeturm in der äußersten Ecke des Burgenbereichs - und damit zeitgleich auch zentral in der Stadtfläche - gelegen ist, ist anzunehmen, dass er den Bürgern Zons optisch die Macht des Erzbischofs vor Augen führen sollte.
Der Eingang zum Turm liegt innerhalb des Burggeländes, das nicht durchgehend zugänglich ist. Eine Außentreppe, die an die Burgmauer angebaut ist, führt hinauf zum Turmeingang. Links neben dem Turmeingang befindet sich ein rechteckiges Wachtgebäude, das nachträglich von außen an die Mauer gesetzt wurde. Unterhalb des Eingangs befindet sich außerdem ein zugemauerter Torbogen, der früher als Zugang aus der Stadt heraus in die Vorburg genutzt wurde.
Zudem schließt an die nördliche Burgbereichsmauer ein halb nach außen angesetzter Treppenturm an, der mit seinen sowohl nach außen als auch nach innen gerichteten Schießscharten der Verteidigung diente.
In Urkunden ist seit dem 12. Jahrhundert ein Herrengut in Zons dokumentiert, dass wahrscheinlich der Vorgängerbau von Burg Friedestrom war. Es ist anzunehmen, dass der Juddeturm bereits im 13. Jahrhundert Teil der Umfassungsmauer dieses Guts war.
Es wird zudem davon ausgegangen, dass der Juddeturm seinen Namen der Patrizierfamilie „Judde“ aus Köln verdankt, der der Turm einige Zeit lang gehörte. Allerdings ist ebenfalls denkbar, dass der Name auf seine Bezeichnung als „Jute Turm“ (Gutsturm) oder „Judexturm“ (Richterturm; Judex = Richter) zurückzuführen ist, da in seinen oberen Geschossen möglicherweise Recht gesprochen wurde.
Privat genutzt wurde der Turm nur teilweise: Nur die Zimmer in den oberen Stockwerken - zu diesen führt die äußere Treppe - waren bewohnt. Für das Jahr 1620 sind zwei Schlafstellen belegt, die von den dort dauerhaft stationierten Wachposten genutzt wurden.
Das Erdgeschoss war fenster- und türlos, diente als Verlies und zeitweise auch als Schatzkammer. Zugänglich war das Erdgeschoss lediglich über eine Luke, durch die die Inhaftierten oder die „Schätze“ mit einer Seilvorrichtung hinuntergelassen wurden. Die einzige Lichtquelle an diesem finsteren Ort war ein schmaler Schlitz an der Seite des Turms.
Die Vorstellung an so einem Ort eingesperrt zu sein, ist so schauerlich, dass sich bis heute zahlreiche Legenden um den Turm ranken. Etwa, dass sich noch immer in den Fensterscheiben die Gesichter der verzweifelten Gefangenen spiegeln.
Hinweis
Der Juddeturm ist als Teil der Burg Friedestrom eingetragenes Baudenkmal (Denkmal Nr. 2.07).
(Lea Recken, Digitales Kulturerbe LVR, 2025)