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Burg Friedestrom in Zons


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Was ihr entdecken könnt

Seit dem 12. Jahrhundert ist urkundlich ein Herrengut in Zons bezeugt, das wahrscheinlich der Vorgängerbau von Burg Friedestrom war. Allerdings wurde dieser Bau in einer Schlacht zerstört, ohne, dass das genaue Aussehen und der Standort sicher überliefert sind.

Aufgrund zunehmender Streitigkeiten zwischen der Neusser Bürgerschaft und dem Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden, ließ dieser 1372 den Rheinzoll von Neuss nach Zons verlegen. Für dessen langfristige Sicherung, ließ Saarwerden Burg Friedestrom erbauen.

Der Bau der heute noch in veränderter Form erhaltenen Burg Friedestrom begann 1373 und dauerte bis 1377. Die Burganlage wurde, wie in vielen anderen Städten, als eine umwehrte rechteckige Anlage gebaut, wobei die Burg durch eine Wehrmauer auch innerhalb der Stadtbefestigung von der Stadt getrennt war.

Bei Ausgrabungen im 20. Jahrhundert wurden im Burghof Überreste von Kirchen entdeckt. Heute sind die Umrisse der ausgegrabenen Kirchen durch hellere Pflastersteine sichtbar gemacht worden. Diese befinden sich im westlichen Teil der Burganlage.
Bei Baubeginn der Burg Friedestrom wurde die damals noch existierende Kirche abgebrochen. Nur der Kirchturm blieb stehen. Er wurde erweitert und zu einem Wohnturm umgebaut, in dem die Zöllner lebten. Heute ist der Wohnturm nicht mehr erhalten.
Daneben wurde an der Westseite außerdem der noch heute bestehende Torturm errichtet, der den Zugang zur an der Stadtseite gelegenen Vorburg sicherte. Auch der sogenannte Juddeturm ist erhalten geblieben. Ein in die Burgmauer integrierter Eckturm im Nordwesten der Vorburgmauer.

Ende des 14. Jahrhunderts wurde um die Kernburg eine Zwingermauer - eine der Wehrmauer vorgelagerte Mauer - gezogen. Diese erhielt eine Doppeltoranlage, um vom Zwinger in die Vorburg zu gelangen. Das äußere Tor ist das noch erhaltene Südtor. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde vermutlich der Nordflügel der Hauptburg errichtet.
Die Burganlage bestand demnach aus einer Kernburg und einem vorgelagerten Vorburgbereich, wobei die Ost- und die Südseite der Wehrmauer gleichzeitig auch die Stadtmauer von Zons bilden. Einst trennte zudem ein Wassergraben die Stadt und die Burg voneinander.

Im 17. Jahrhundert wurde in der Vorburg ein Herrenhaus und ein Pferdestall errichtet.
Von der Hauptburg sind heute, neben dem Torturm, zudem der Nord- und Südflügel im Kern noch erhalten.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Burg Friedestrom mehrfach belagert und besetzt.
Während der Zeit der französischen Besetzung der linksrheinischen Gebiete (1794-1814/15) brachten etwa französische Revolutionstruppen die gesamte Zollfeste und Burg in ihre Gewalt.
Die Anlage wurde Anfang des Jahres 1800 von ihnen konfisziert und in private Hand versteigert.
Der neue Eigentümer baute eine Scheue an der Stelle des ehemaligen Westflügels, gestaltete den Nordflügel um und nutze die Burg nachfolgend als Gutshof.
Friedestrom wechselte noch einige Male ihre Besitzer, bevor sie 1972 vom Kreis Neuss erworben wurde und sich seitdem in öffentlicher Hand befindet. Der Kreis errichtete in der Burganlage ein Kulturzentrum, zu dem unter anderem ein Museum und ein Mundartarchiv gehören. Das heutige Kreismuseum befindet sich im ehemaligen Pferdestall und dem Herrenhaus.

Schlosspark
Außerdem ist der Schlosspark Teil der Burganlage. Nur über ihn können der Juddeturm und das Mundartarchiv betreten werden.
Zudem befindet sich ein Kräutergarten im Schlosspark, eine kleine grüne Oase mitten in der Zonser Altstadt. Ein weiteres Highlight im Park ist eine kleine Aussichtsplattform direkt links neben dem Eingang. Dort könnt ihr einen wunderschönen und weitläufigen Ausblick über die Rheinauen genießen.

(Lea Recken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


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