Entdeckung zu Fuß

Spaziergang auf dem Godesberg

Vom Bergfried zum Burgfriedhof

Eine Entdeckung von Antonia Frinken


  • Dauer
    Dauer
    1h
  • Strecke
    Strecke
    2km
  • Themen
    Themen
    Glaube und Religion
    Stadtgeschichte
    Schlösser, Burgen und Festungen
    Erinnerungskultur
    Architektur
  • Epochen
    Epochen
    Mittelalter
    Neuzeit
  • Lizenz
    copyright
    CC BY 4.0

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Was ihr entdecken könnt

Bei einem kurzen Spaziergang auf dem Godesberg könnt ihr auf kleinem Raum der Geschichte des Ortes vom Mittelalter bis heute folgen. Die Ruine der Godesburg, die barocke Michaelskapelle und der Burgfriedhof sorgen für eine düster-romantische Stimmung, während die Gedenkstätte an der Aennchenstraße noch so manches Rätsel aufgibt.

Im Hochmittelalter bestanden auf dem Godesberg bereits eine dem Erzengel Michael geweihte Kapelle und Gräber aus dem 9. Jahrhundert. Die Kapelle wurde 1210 mit dem Beginn der Bauarbeiten an der Godesburg abgerissen. Die Burg gehörte den Kölner Erzbischöfen, wechselte aber aufgrund von Disputen einige Male den Besitzer oder wurde infolge finanzieller Schieflagen verpfändet.
Während des Truchsessischen Kriegs, einer Auseinandersetzung zwischen kurkölnischen und bayerischen Truppen, wurde die Burg 1583 durch Sprengung zerstört. Dabei kam fast die gesamte Besatzung - 178 Mann - ums Leben. Seitdem besteht die Godesburg als Ruine. Der Bergfried und einige Mauerreste sind erhalten. Innerhalb der Ruine gibt ein Modell die ursprünglichen Ausmaße der Anlage wieder.

Als Ersatz für die abgebrochene Michaelskapelle wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bereits am Standort der heutigen barocken Kapelle ein Gotteshaus errichtet, das als Teil der Vorburg 1583 jedoch ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Um 1660 wurde die Kapelle unter Berücksichtigung der übrigen Mauerreste wiedererrichtet. Zum Ende des Jahrhunderts erhielt sie eine barocke Ausstattung sowie ein Langhaus und eine Eremitage. Von 1804 bis 1862 war sie die Pfarrkirche Alt Godesbergs, verlor dann aber an Bedeutung. Heute werden hier - wohl auch wegen der beeindruckenden barocken Innendekorationen - noch Trauungen und vereinzelte Gottesdienste abgehalten.

Direkt neben der Kapelle befindet sich der Burgfriedhof, auf dem ihr die Entwicklungen der Begräbniskultur im Rheinland vom frühen 19. bis ins 20. Jahrhundert nachvollziehen könnt. Ab etwa 1805 wurden hier die Verstorbenen Bad Godesbergs bestattet - in Reihen nebeneinander und unabhängig davon, ob sie evangelisch oder katholisch waren. 1895 wurde ein jüdischer Friedhof eingerichtet, der damals noch außerhalb des Burgfriedhofs lag. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums und mehrerer Erweiterungen bis 1913 wuchs der Burgfriedhofe jedoch über den jüdischen Teil hinaus, sodass dieser inzwischen eine der Abteilungen bildet. Darüber hinaus gibt es eine Kriegsgräberstätte mit 70 Soldatengräbern des Ersten Weltkriegs.
Besonders markant sind die zahlreichen großen Familiengräber und Mausoleen, in denen die Mitglieder prominenter Familien oft über mehrere Generationen beigesetzt wurden.

Vom Burgfriedhof geht es den Berg hinunter zur jüdischen Gedenkstätte an der Aennchenstraße. Entgegen des ersten Eindrucks handelt es sich hierbei nicht um einen Friedhof. Die 33 Grabsteine auf dem kleinen Grundstück wurden nach dem Zweiten Weltkrieg am Fuße des Godesbergs gefunden und hier aufgestellt. Sie stammen größtenteils aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und könnten ursprünglich auf einem jüdischen Friedhof gestanden haben, der sich am Südhang des Godesbergs befunden haben soll und 1730 erstmals erwähnt wurde.

Praktische Informationen

Der Weg auf die Godesburg ist an einigen Stellen recht steil. Gönnt euch Pausen, wenn ihr sie braucht und genießt die Aussicht.

Inklusive Infos
Oberhalb der Michaelskapelle liegt ein Parkplatz, von dem ein Aufzug bis zur Godesburg hinauffährt. Im Innenhof der Burgruine liegt Kies.

Vom Parkplatz unterhalb der Burg gelangt ihr über eine geteerte Straße zum Burgfriedhof. Leider sind die Friedhofswege oft unbefestigt und uneben. Aufgrund der Lage auf mehreren Terrassen am Berghang gibt es außerdem zahlreiche kleine Treppen. Auf dem Friedhof kann es zudem laut sein, wenn Gartenarbeiten stattfinden. Für alle Fälle lohnt sich hier Gehörschutz.

Der Aufgang zur Aennchenstraße führt über eine leicht morsche Holztreppe. Seid hier vor allem bei Glätte vorsichtig.

Öffentliche Verkehrsmittel
Vom Bahnhof Bad Godesberg sind es etwa 10 bis 15 Minuten Fußweg bis zur Aennchenstraße. Hier gibt es mehrere Aufgänge, die an Burgfriedhof und Michaelskapelle vorbei zur Godesburg führen.

Gastronomie
In der Bad Godesberger Innenstadt gibt es mehrere Cafés und Restaurants.


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