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Gedenkstätte Aennchenstraße Bad Godesberg
Was ihr entdecken könnt
In der Bad Godesberger Ännchenstraße befinden sich auf einer kleinen Parzelle 33 jüdische Grabsteine. Obwohl häufig als „jüdischer Friedhof“ angesprochen, handelt es sich hier nicht um einen echten Friedhof.
Von der Aennchenstraße am Fuße des Godesbergs führt eine Holztreppe zu einem kleinen Grundstück, das mit einem Schild lediglich als „Jüdische Gedenkstätte“ ausgezeichnet ist. Hier stehen hinter einer halbhohen Hecke 33 jüdische Grabsteine, die nach dem Zweiten Weltkrieg am Fuß des Godesbergs gefunden und hier aufgestellt wurden.
Vermutlich stammen die Grabsteine von einem alten jüdischen Friedhof am Südhang des Berges, der 1730 erstmals erwähnt und bis 1895 belegt wurde. Damals kaufte die Gemeinde Godesberg das Gelände und untersagt weitere Bestattungen. Stattdessen stellte sie der jüdischen Gemeinde ein Grundstück am Rand des seit 1805 bestehenden Burgfriedhofs zur Verfügung, das inzwischen als Abteilung VII darin integriert ist. Der Burgfriedhof wurde zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert und ist über die Abteilung hinausgewachsen.
Die Grabsteine auf dem Grundstück an der Aennchenstraße stammen größtenteils aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und weisen - typisch für diese Zeit - häufig Inschriften auf Hebräisch und Deutsch auf. Vereinzelte Darstellungen von Kannen weisen auf die Grabsteine sogenannter Leviten hin: Personen, deren Familien als Nachfahren der gleichnamigen Gruppe im Volk Israel betrachtet werden. Die Leviten waren für den Tempeldienst zuständig und haben in orthodoxen Gemeinden bis heute besondere religiöse Funktionen, daher der Hinweis auf den Grabsteinen.
Die Aennchenstraße selbst ist nach der als „Lindenwirtin“ bekannten Aennchen Schumacher (1860-1935) benannt. Sie betrieb eine Gaststätte am Fuß des Godesbergs, die vor allem bei Studentenverbindungen sehr beliebt war. Aennchen Schumacher sammelte und veröffentlichte studentisches Liedgut. Nach ihrem Tod wurde die Ehrenbürgerin der Stadt Bonn auf dem Burgfriedhof bestattet.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)
Vermutlich stammen die Grabsteine von einem alten jüdischen Friedhof am Südhang des Berges, der 1730 erstmals erwähnt und bis 1895 belegt wurde. Damals kaufte die Gemeinde Godesberg das Gelände und untersagt weitere Bestattungen. Stattdessen stellte sie der jüdischen Gemeinde ein Grundstück am Rand des seit 1805 bestehenden Burgfriedhofs zur Verfügung, das inzwischen als Abteilung VII darin integriert ist. Der Burgfriedhof wurde zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert und ist über die Abteilung hinausgewachsen.
Die Grabsteine auf dem Grundstück an der Aennchenstraße stammen größtenteils aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und weisen - typisch für diese Zeit - häufig Inschriften auf Hebräisch und Deutsch auf. Vereinzelte Darstellungen von Kannen weisen auf die Grabsteine sogenannter Leviten hin: Personen, deren Familien als Nachfahren der gleichnamigen Gruppe im Volk Israel betrachtet werden. Die Leviten waren für den Tempeldienst zuständig und haben in orthodoxen Gemeinden bis heute besondere religiöse Funktionen, daher der Hinweis auf den Grabsteinen.
Die Aennchenstraße selbst ist nach der als „Lindenwirtin“ bekannten Aennchen Schumacher (1860-1935) benannt. Sie betrieb eine Gaststätte am Fuß des Godesbergs, die vor allem bei Studentenverbindungen sehr beliebt war. Aennchen Schumacher sammelte und veröffentlichte studentisches Liedgut. Nach ihrem Tod wurde die Ehrenbürgerin der Stadt Bonn auf dem Burgfriedhof bestattet.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)