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Godesburg
Was ihr entdecken könnt
Die Kulturlandschaft am Mittel- und Niederrhein ist geprägt durch zahlreiche Burgen und Burgruinen. Zu diesen zählt auch die linksrheinisch gelegene Godesburg. Namensgeber ist dabei der Vulkankegel Godesberg, auf dem die Höhenburg in 122 Metern Höhe im Jahr 1210 errichtet wurde.
Die Godesburg auf der Kuppe des Godesbergs wurde ab 1210 errichtet und 1583 in Folge des Truchsessischen Kriegs weitestgehend zerstört.
Grundsteinlegung und frühe Erweiterungen
Der Grundstein für die Godesburg wurde 1210 gelegt. Auf dem dafür vorgesehenen Gelände stand bereits eine dem Erzengel Michael geweihte Kapelle, die mutmaßlich als Friedhofskapelle genutzt wurde. In den 1960er Jahren wurden bei Renovierungsarbeiten an der Ruine der Godesburg Gräber aus dem 9. Jahrhundert gefunden. Die ursprüngliche Michaelskapelle wurde vor dem Bau der Godesburg abgerissen.
Bauherr war zunächst der Kölner Erzbischof Dietrich I. von Hengebach, der allerdings anderthalb Jahre nach der Grundsteinlegung exkommuniziert wurde. Um 1244 wurde die Burg durch den neuen Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden erweitert und erhielt einen Bergfried. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wechselte die Burg im Rahmen von Disputen mehrfach den Besitzer und wurde 1296 belagert.
Häufiger Besitzerwechsel
Unter Erzbischof Walram von Jülich entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts eine Vorburg, in die auch die neu errichtete Michaelskapelle integriert wurde. Die Burg diente nun zwischenzeitlich auch als Residenz der Kölner Erzbischöfe. Trotzdem wechselte sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten erneut mehrfach den Besitzer und wurde verpfändet. 1465 entschied das Domkapitel nach dem Amtsantritt von Erzbischof Ruprecht von der Pfalz schließlich, dass die Godesburg nicht wieder verpfändet werden durfte.
Zerstörung
Im Rahmen des Truchsessischen Kriegs, auch Kölnischer Krieg genannt, wurde die Godesburg 1583 zerstört. Der ehemalige Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldenburg war zugunsten einer Liebesheirat zum Protestantismus übergetreten, allerdings nicht willens, sein Amt aufzugeben. Daraufhin kam es zur Auseinandersetzung mit seinem Nachfolger, Herzog Ernst von Bayern.
Die Godesburg war ein Stützpunkt Gebhards. Zur Verstärkung der Bollwerke wurde die Michaelskapelle in der Vorburg mit Erde gefüllt. Um die Verteidigung zu brechen, setzten die Truppen Ernst von Bayerns eine Mine ein, die angeblich aus 1.500 Kilogramm Schwarzpulver bestand. Sie zerstörte weite Teile der Burg und forderte 178 Todesopfer - fast die gesamte Besatzung. Die Toten wurden in Massengräbern bestattet, deren Lage bis heute unbekannt ist.
Die Godesburg heute
Die Godesburg wurde aufgrund ihrer Lage sowie der finanziellen Situation nicht wiederaufgebaut. Die mitsamt der Burg weitgehend zerstörte Michaelskapelle wurde dagegen ab 1660 wiedererrichtet. Um 1715 aufkommende Pläne, die Burgruine in eine barocke Sommerresidenz umzuwandeln, wurden zugunsten der Brühler Schlösser verworfen. 1843 wurde die Ruine durch den Staat beansprucht. Im Jahr darauf erhielt Kaiserin Augusta von Preußen sie als Geschenk. Ihr Erbe Wilhelm II. übergab sie 1891 der Gemeinde Godesberg, die daraufhin auch die Ländereien in der Umgebung erwarb. Die Gegend wurde touristisch erschlossen und es entstand eine Gastwirtschaft im historischen Stil. Dies wurde allerdings aufgrund des Eingriffs in die Bausubstanz kritisiert. In den 1960er Jahren wurden um den erhaltenen Bergfried brutalistische Bauten errichtet, in denen unter anderem ein Restaurant untergebracht ist.
Mit der Eingemeindung Godesbergs ging die Burg 1967 in den Besitz der Stadt Bonn über.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)
Grundsteinlegung und frühe Erweiterungen
Der Grundstein für die Godesburg wurde 1210 gelegt. Auf dem dafür vorgesehenen Gelände stand bereits eine dem Erzengel Michael geweihte Kapelle, die mutmaßlich als Friedhofskapelle genutzt wurde. In den 1960er Jahren wurden bei Renovierungsarbeiten an der Ruine der Godesburg Gräber aus dem 9. Jahrhundert gefunden. Die ursprüngliche Michaelskapelle wurde vor dem Bau der Godesburg abgerissen.
Bauherr war zunächst der Kölner Erzbischof Dietrich I. von Hengebach, der allerdings anderthalb Jahre nach der Grundsteinlegung exkommuniziert wurde. Um 1244 wurde die Burg durch den neuen Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden erweitert und erhielt einen Bergfried. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wechselte die Burg im Rahmen von Disputen mehrfach den Besitzer und wurde 1296 belagert.
Häufiger Besitzerwechsel
Unter Erzbischof Walram von Jülich entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts eine Vorburg, in die auch die neu errichtete Michaelskapelle integriert wurde. Die Burg diente nun zwischenzeitlich auch als Residenz der Kölner Erzbischöfe. Trotzdem wechselte sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten erneut mehrfach den Besitzer und wurde verpfändet. 1465 entschied das Domkapitel nach dem Amtsantritt von Erzbischof Ruprecht von der Pfalz schließlich, dass die Godesburg nicht wieder verpfändet werden durfte.
Zerstörung
Im Rahmen des Truchsessischen Kriegs, auch Kölnischer Krieg genannt, wurde die Godesburg 1583 zerstört. Der ehemalige Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldenburg war zugunsten einer Liebesheirat zum Protestantismus übergetreten, allerdings nicht willens, sein Amt aufzugeben. Daraufhin kam es zur Auseinandersetzung mit seinem Nachfolger, Herzog Ernst von Bayern.
Die Godesburg war ein Stützpunkt Gebhards. Zur Verstärkung der Bollwerke wurde die Michaelskapelle in der Vorburg mit Erde gefüllt. Um die Verteidigung zu brechen, setzten die Truppen Ernst von Bayerns eine Mine ein, die angeblich aus 1.500 Kilogramm Schwarzpulver bestand. Sie zerstörte weite Teile der Burg und forderte 178 Todesopfer - fast die gesamte Besatzung. Die Toten wurden in Massengräbern bestattet, deren Lage bis heute unbekannt ist.
Die Godesburg heute
Die Godesburg wurde aufgrund ihrer Lage sowie der finanziellen Situation nicht wiederaufgebaut. Die mitsamt der Burg weitgehend zerstörte Michaelskapelle wurde dagegen ab 1660 wiedererrichtet. Um 1715 aufkommende Pläne, die Burgruine in eine barocke Sommerresidenz umzuwandeln, wurden zugunsten der Brühler Schlösser verworfen. 1843 wurde die Ruine durch den Staat beansprucht. Im Jahr darauf erhielt Kaiserin Augusta von Preußen sie als Geschenk. Ihr Erbe Wilhelm II. übergab sie 1891 der Gemeinde Godesberg, die daraufhin auch die Ländereien in der Umgebung erwarb. Die Gegend wurde touristisch erschlossen und es entstand eine Gastwirtschaft im historischen Stil. Dies wurde allerdings aufgrund des Eingriffs in die Bausubstanz kritisiert. In den 1960er Jahren wurden um den erhaltenen Bergfried brutalistische Bauten errichtet, in denen unter anderem ein Restaurant untergebracht ist.
Mit der Eingemeindung Godesbergs ging die Burg 1967 in den Besitz der Stadt Bonn über.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)