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Michaelskapelle auf dem Godesberg


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Um 1660 wurde circa 60 Meter nordwestlich der Godesburg die Michaelskapelle errichtet. Zum Ende des 17. Jahrhunderts erhielt sie ein Langhaus und prächtige Barockdekorationen im Inneren.

Etwa 60 Meter nordwestlich der Godesburg steht die 1660 erbaute Michaelskapelle. Sie hat zwei Vorgängerbauten, die ebenfalls dem Erzengel Michael geweiht waren.
Mit dem Baubeginn der Godesburg auf der Kuppe des Godesbergs erfolgte 1210 auch der Abriss einer hier bereits länger bestehenden Kapelle, die dem Erzengel Michael geweiht war.

Eine neue Michaelskapelle entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bereits am heutigen Standort, eventuell im Zuge der Erweiterung der Godesburg unter dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden. Erzbischof Walram von Jülich, im Amt von 1332 bis 1349, fügte eine Vorburg hinzu, in die er die Kapelle integrierte. Als die Godesburg im Zuge des Truchsessischen Kriegs zwischen kurkölnischen und bayerischen Truppen 1583 gesprengt wurde, wurde auch die Michaelskapelle größtenteils zerstört. Ihr Grundriss ist unbekannt, jedoch wurden bei der Wiedererrichtung ab 1660 die Überreste ihrer Grundmauern in den Neubau miteinbezogen.

Bereits 1663 erscheint die neue Michaelskapelle als fertiggestelltes Gebäude auf einer Zeichnung des niederländischen Malers Lambert Doomer. Ende des 17. Jahrhunderts erhielt sie auf Bestreben Josef Clemens von Bayern, Fürsterzbischof von Köln zwischen 1688 und 1723, ein Langhaus sowie ihre prächtige barocke Ausgestaltung mit Deckenfresken von Lazaro Maria Sanguinetti.
Die Michaelskapelle wurde als örtliche Gebetsstätte sowie durch den Orden vom Heiligen Michael als Hauskirche genutzt. Unter Fürsterzbischof Clemens August I. von Bayern, im Amt von 1723 bis 1761, wurde der Orden ins Bonner Residenzschloss verlegt, wodurch die Kapelle an Bedeutung verlor.

Ab 1804 war sie die Pfarrkirche Godesbergs, nachdem der Ort sich nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit von der Pfarre Rüngsdorf gelöst hatte. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der unzugänglichen Lage wurde die Michaelskapelle bereits 1862 durch die neu errichtete Kirche Sankt Marien am Fuße des Godesbergs als Pfarrkirche abgelöst.
In der Folgezeit wurde sie als Friedhofskapelle des nahen Burgfriedhofs sowie als Station auf Karfreitagsprozessionen genutzt. Heute finden vereinzelt Gottesdienste und Trauungen in der Kapelle statt. Die Michaelskapelle ist seit 1982 ein eingetragenes Baudenkmal der Stadt Bonn.

(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


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