Mit dem Fahrrad von Weilerswist nach Zülpich
Steinerne Zeugnisse des Mittelalters in der Nordeifel
Eine Entdeckung von Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur
Was ihr entdecken könnt
Die Fahrradroute von Weilerswist nach Zülpich führt euch an spannenden Zeugen des Mittelalters vorbei bis zu den Römerthermen!
Ausgangspunkt der Tour ist der strahlend weiße Swister Turm aus dem 11. Jahrhundert, der auf einer Anhöhe außerhalb von Weilerswist steht. Er war einst der Kirchturm der Pfarrkirche des alten Ortes Swist, der im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde. Die Swister*innen zogen in den neuen Ort Weilerswist. Die ursprünglich den drei Jungfrauen Fides, Spes und Caritas (Glaube, Hoffnung und Liebe) geweihte ehemalige Pfarrkirche wurde zum Wallfahrtsort. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche abgerissen.
Weiter geht es zur Burg Kühlseggen in unmittelbarer Nähe. Das schmucke Wasserschloss aus Backstein mit den rot-weißen Fensterläden wurde 1312 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und befindet sich auf einer künstlich aufgeschütteten Insel inmitten eines Wassergrabens. Da die Burg in Privatbesitz ist, bitten wir euch, die Insel nicht zu betreten. Ihr könnt sie aber auf einem eigens angelegten Weg umrunden und dabei einige schöne Ansichten des Gebäudes mitnehmen.
Bei der Besichtigung von Sankt Pankratius in Lommersum begebt ihr euch auf ehemaliges spanisches Hoheitsgebiet, daher auch der Spitzname „Klein Spanien“. 1136 wurde Sankt Pankratius erstmals als Pfarrkirche von Lommersum erwähnt und 1152 von der verwitweten Herzogin Jutta von Niederländisch-Limburg an die Augustinerabtei Niederrath/Rolduc in den Niederlanden verschenkt. Die Herrschaft Lommersum, zu der Sankt Pankratius gehört, gelangte später über Erbfolgen in die Hand der Spanischen Krone.
Die ehemalige Siechensiedlung an der Via Agrippa, einer alten römischen Straße, bei Rövenich ist ein weiteres Unikum: Siechenhäuser und -siedlungen gab es bis zum Ende des 17. Jahrhunderts vielerorts, um unheilbar Kranke, die beispielsweise an Lepra litten, vom Rest der Gesellschaft zu isolieren. Die Siechen lebten von Almosen und Spenden, die sie an den meist nahegelegenen, belebten Straßen und Kreuzungen erbettelten. Mit dem Ende der großen Seuchen verfielen die Siechenhäuser und -siedlungen vielerorts. Ursprünglich bestand die Siechensiedlung bei Rövenich aus sechs Leprosenhäuschen, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts wegen Funktionslosigkeit und Verfall abgerissen wurden. Übrig blieben nur die kleine Kapelle und der Gasthof, der auch heute zur Einkehr genutzt werden kann.
In Zülpich endet unsere Route. Hier könnt ihr noch die weitgehend erhaltene mittelalterliche Stadtmauer mit ihren vier Toren besichtigen und in den Römerthermen spannende Einblicke in die damalige Badehauskultur erhalten.
Praktische Informationen
Schwierigkeitsgrad der Strecke
Die Strecke verläuft über einige Steigungen. Wir empfehlen euch daher ein geländegängiges Fahrrad mit mehreren Gängen. Einige Wege sind gekiest und daher nicht für Rennräder geeignet. Falls ihr lieber wandern möchtet, solltet ihr auf festes Schuhwerk achten.
Bitte sorgt vor allem im Sommer für ausreichenden Sonnenschutz und nehmt genügend Wasser mit. Auf vielen der Feldwege gibt es wenig Schatten.
Anreise und Infrastruktur
Von der Bahnstation Weilerswist fahren Züge in Richtung Euskirchen und Köln. Von hier sind es mit dem Fahrrad etwa 10 bis 15 Minuten zum Swister Turm. Die Rückfahrt könnt ihr vom Bahnhof Zülpich aus antreten.
Entlang des Weges gibt es nur im Café beim Siechhaus sowie in den gastronomischen Betrieben und in den Römerthermen in Zülpich Toiletten. Bitte beachtet jeweils die Öffnungszeiten.
Auf der Strecke gibt es einige schöne Plätzchen, an denen sich gut eine Pause mit Picknick einbauen lässt. Ansonsten könnt ihr im Café am Siechhaus und in der Zülpicher Kernstadt einkehren.
Inklusive Infos
Insgesamt ist es auf der Strecke recht ruhig. Am Ausgangspunkt der Strecke führt jedoch die Kölner Straße, eine vielbefahrene Landstraße, vorbei. Hier und in Zülpich empfehlen wir euch Gehörschutz, falls ihr geräuschempfindlich seid.