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Siechhaus bei Rövenich mit Pestkapelle St. Johannes Baptist
Was ihr entdecken könnt
Die Siechensiedlung bei Rövenich wurde 1486 von der wohlhabenden Adligen Elisabeth von Brohl gestiftet. Opfer großer Seuchen, beispielsweise von Lepra und Pest, konnten hier unterkommen. Ihr Lebensunterhalt wurde durch Spenden und Almosen finanziert.
Die Siechensiedlung bestand bei ihrer Erbauung zum Ende des 15. Jahrhunderts aus sechs Leprosenhäuschen, einer Kapelle und einem Gasthaus für Kranke. Laut der Informationstafel vor Ort wurde die Anlage 1486 von der wohlhabenden Adligen Elisabeth von Brohl gestiftet. Laut dem Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen fand die Gründung jedoch bereits vor 1479 statt.
Siechensiedlungen dienten der Isolierung unheilbar kranker Menschen, der Siechen. Hier kamen unter anderem Leprakranke unter. Damit die Siechen Almosen erbetteln konnten, lagen solche Siedlungen meist an vielgenutzten Kreuzungen. Dies war auch in Rövenich der Fall: Die hiesige Siechensiedlung liegt an der römischen Agrippastraße, die im Mittelalter weitergenutzt wurde und auf der heute die Bundesstraße 265 verläuft.
Mit der Wende zum 18. Jahrhundert endete die Zeit der großen Seuchen allmählich. Kriminelle nutzten die verlassenen Siechhäuser nun als Verstecke. Einer von ihnen war der desertierte Soldat und Räuber Matthias Garding, dessen Bande 1708 scheinbar für eine Raub- und Mordserie in der Gegend verantwortlich war.
Wenige Jahre später wurden die verfallenen Siechenhäuser abgerissen. Die Kapelle und das Gasthaus blieben. In Letzterem kann auch heute wieder eingekehrt und übernachtet werden.
Die Kapelle
Die Kapelle entstand zeitgleich mit der Siechensiedlung. Das über die Jahrhunderte mehrfach veränderte Gebäude ist ein einfacher Saalbau aus Bruchstein mit Fachwerkgiebel, Walmdach und Rundbogenfenstern zur Chorseite.
Das Altarbild im Chor zeigt Johannes den Täufer als Prediger in der Wüste.
Baudenkmal
Die Siechhauskapelle ist eingetragenes Baudenkmal (Stadt Zülpich, Nr. 30; LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Objekt-Nr. 25741).
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)
Siechensiedlungen dienten der Isolierung unheilbar kranker Menschen, der Siechen. Hier kamen unter anderem Leprakranke unter. Damit die Siechen Almosen erbetteln konnten, lagen solche Siedlungen meist an vielgenutzten Kreuzungen. Dies war auch in Rövenich der Fall: Die hiesige Siechensiedlung liegt an der römischen Agrippastraße, die im Mittelalter weitergenutzt wurde und auf der heute die Bundesstraße 265 verläuft.
Mit der Wende zum 18. Jahrhundert endete die Zeit der großen Seuchen allmählich. Kriminelle nutzten die verlassenen Siechhäuser nun als Verstecke. Einer von ihnen war der desertierte Soldat und Räuber Matthias Garding, dessen Bande 1708 scheinbar für eine Raub- und Mordserie in der Gegend verantwortlich war.
Wenige Jahre später wurden die verfallenen Siechenhäuser abgerissen. Die Kapelle und das Gasthaus blieben. In Letzterem kann auch heute wieder eingekehrt und übernachtet werden.
Die Kapelle
Die Kapelle entstand zeitgleich mit der Siechensiedlung. Das über die Jahrhunderte mehrfach veränderte Gebäude ist ein einfacher Saalbau aus Bruchstein mit Fachwerkgiebel, Walmdach und Rundbogenfenstern zur Chorseite.
Das Altarbild im Chor zeigt Johannes den Täufer als Prediger in der Wüste.
Baudenkmal
Die Siechhauskapelle ist eingetragenes Baudenkmal (Stadt Zülpich, Nr. 30; LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Objekt-Nr. 25741).
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)