Stadtspaziergang in Monschau
Von Senf und Tuch bis Höhenburg
Eine Entdeckung von Antonia Frinken
Was ihr entdecken könnt
Das hübsche Städtchen Monschau in der Eifel lädt zum Flanieren ein: Entlang des Laufenbachs und der Rur erstrecken sich schmale Gässchen mit Fachwerkhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Das Rote Haus in der Ortsmitte ist eines der Zeugnisse der blühenden Tuchproduktion, die Monschau im 18. und 19. Jahrhundert Wohlstand brachte. Darüber hinaus gibt es hier nicht nur eine, sondern gleich zwei Burgen, den Haller - eine Höhenburg auf dem Katzenberg - sowie Burg Monschau auf der gegenüberliegenden Ortsseite.
Die Ursprünge Monschaus reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Herren von Limburg errichteten zunächst den Haller auf dem Katzenberg, einen Wohn- und Verteidigungsturm, der aufgrund seiner Lage allerdings nicht erweitert werden konnte. Daher entstand kurze Zeit später die Burg Monschau auf der gegenüberliegenden Seite des Ortes. Der Haller wurde zwischenzeitlich als Pulverlager und Wachturm genutzt, bevor er ab dem 18. Jahrhundert zur Ruine zerfiel.
Im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts kam die Burg Monschau über Umwege zum Herzogtum Jülich. Sie war nie Landessitz, sondern wurde von einem Amtsmann verwaltet. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Burg infolge mehrerer bewaffneter Konflikte eingenommen und beschädigt. Im späten 17. Jahrhundert endete ihre Zeit als Festung.
Während der französischen Besatzung von 1795 bis 1815 wurde die Burg an Privatleute verkauft. Im Laufe des 19. Jahrhunderts zerfiel sie zur Ruine und wurde im Jahr 1900 von der Stadt Monschau aufgekauft. Teile der Burg wurden wiederhergestellt und in die bereits bestehende Jugendherberge integriert.
Eine kleine Stadtgeschichte
Das Städtchen Monschau im von Rur und Laufenbach durchflossenen Tal entstand ebenfalls im Hochmittelalter.
Im Dreißigjährigen Krieg kamen zahlreiche protestantische Geflüchtete nach Monschau, doch erst nach dem im Jahr 1781 erteilten Toleranzpatent Kaiser Josephs II. wurde 1787 der Bau einer evangelischen Kirche durch Kurfürst Karl Theodor genehmigt.
Die Evangelische Stadtkirche wurde 1789 eingeweiht und 1810 vervollständigt. Ihr Turmhelm stammt von der 1684 erbauten und 1784 bei einem Hochwasser zerstörten evangelischen Kirche in Mülheim am Rhein, das heute ein Stadtteil von Köln ist.
Die Tuchproduktion machte Monschau im 18. und 19. Jahrhundert zu einem reichen Städtchen. Begründet wurde die Textilindustrie vor Ort von Arnold Schmitz, der bereits Ende des 16. Jahrhunderts nach Monschau gekommen war. Zur Blüte wurde die Monschauer Tuchproduktion schließlich durch die protestantische Familie Scheibler geführt, die im 18. Jahrhundert aus dem Bergischen Land nach Monschau emigriert war. Das Rote Haus an der Mündung des Laufenbachs in die Rur mitten in der Monschauer Altstadt war das repräsentative Wohn- und Geschäftshaus der Familie. Heute ist hier ein Museum untergebracht, das aktuell allerdings geschlossen ist.
Die preußische Zollpolitik und der verspätete Anschluss Monschaus an das Eisenbahnnetz führten schließlich zum Niedergang der örtlichen Textilindustrie.
Heute ist Monschau für ein ganz anderes Produkt überregional bekannt: 1883 gründeten die Gebrüder Breuer eine Senfmühle mitten in der Stadt. Seit 1952 befindet sich die Produktion in der Monschauer Senfmühle im Laufenbach und nach wie vor im Familienbesitz.
Praktische Informationen
Monschau eignet sich auch als Ausgangspunkt für eine längere Wanderung in der Nordeifel. Dafür empfehlen wir euch festes Schuhwerk und etwas Proviant.
Gastronomie und Toiletten
In Monschau findet ihr viele Restaurants und Cafés. Beim Parkplatz Seidenfabrik findet ihr außerdem eine öffentliche Toilette.
Anreise und Infrastruktur
In Monschau gibt es verschiedene Parkplätze, unter anderem an der Seidenfabrik und am Aukloster. Außerhalb der Altstadt findet ihr weitere Parkplätze.
Die Parkplätze nahe der Altstadt können während der Weihnachtsmärkte geschlossen oder voll belegt sein. Stattdessen werdet ihr auf Parkplätze außerhalb umgeleitet, von denen ihr entweder in die Altstadt laufen oder einen kostenpflichtigen Shuttlebus nutzen könnt.
Museen
Das Museum im Roten Haus ist aktuell (Stand Januar 2026) geschlossen. Daneben gibt es noch das Erlebnismuseum Lernort Natur. In der Senfmühle geben Führungen Einblicke in die Produktion und das Geschäft damals und heute.
Inklusive Infos
Diese Entdeckung ist leider nicht barrierefrei.
Monschau ist aufgrund seiner Lage in einem schmalen Tal von zahlreichen Steigungen und Treppen durchzogen. Die Aufstiege zur Burg sowie zum Haller erfolgen in großen Teilen über Treppen. Bei Frost und Nässe kann es hier glatt sein, weshalb Vorsicht geboten ist.
Die Gassen in der Altstadt sind mit Kopfsteinen gepflastert.
An Wochenenden, in den Schulferien und in der Vorweihnachtszeit kann es in Monschau voll werden. Bei Geräuschempfindlichkeit empfehlen wir deswegen die Mitnahme von Gehörschutz.