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Evangelische Stadtkirche Monschau


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Was ihr entdecken könnt

Im Jahre 1789 fertiggestellte lutherische Kirche in Monschau mit Innenraum im Louis-seize-Stil. Auffällig ist die 17 Meter hohe Turmhaube, die mit Schwan und Kugel als Symbol für Luther der in einem Hochwasser zerstörten Köln-Mühlheimer Kirche entstammt und heute das Wahrzeichen der Stadt ist.

Die evangelische Stadtkirche in Monschau wurde zwischen 1787 und 1789 auf Betreiben der lutherischen Theologen- und Tuchmacherfamilie Scheibler errichtet. Sie ist das Ergebnis eines langen Selbstbehauptungsprozesses lutherischer Gläubiger.

Evangelisch in der Eifel
Schon während der Reformation (circa 1517-1648) gab es evangelisches Leben im Raum Monschau und bereits vor 1597 eine lutherische Gemeinde. Monschau gehörte zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum Herzogtum Jülich, das nach dem Tod des kinderlosen Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg zu einem der Zankäpfel unter den Kontrahenten im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit wurde. Zwischen 1609 und 1614 regierten das Fürstentum Pfalz-Neuburg und das Kurfürstentum Brandenburg das Herzogtum übergangsweise gemeinsam. In diesem Zeitraum wurden in der Schlosskapelle der Burg Monschau erstmals lutherische und später reformierte Gottesdienste gefeiert.
1622 eroberten die Spanier im Dreißigjähren Krieg (1618-1648) Monschau und unterbanden die protestantische Religionsausübung. Erst mit dem Religionsvergleich 1672 erhielten lutherische Gläubige wieder das Recht zur Religionsausübung. Eine erste evangelische Kirche wurde 1683 im nahen Menzerath fertiggestellt.

Die evangelische Kirche in Monschau
Mitglieder der lutherischen Theologen- und Tuchabrikantenfamilie Scheibler setzten sich ab den 1750er Jahren für den Bau einer evangelischen Kirche ein. Johann Heinrich Scheibler richtete 1751 einen Fonds ein, doch erst im Zuge des Toleranzpatents Kaiser Josephs II. im Jahr 1781 genehmigte Kurfürst Karl Theodor 1787 den Bau.
Bis zum Beginn der Bauarbeiten waren Spenden aus ganz Europa eingetroffen. Der Mülheimer Baumeister Wilhelm Hellwig wurde mit der Planung und Ausführung beauftragt, erhielt allerdings nur 480 statt der vereinbarten 600 Reichstaler. Es ist unklar, ob der Grund hierfür ein Rücktritt Hellwigs oder sein Tod war.
1789 wurde die Kirche feierlich eröffnet. 1810 wurden die Emporen und die Orgel ergänzt.

Gebäude und Ausstattung
Die Kirche hat einen rechteckigen Grundriss und besteht aus unverputztem Bruch- und Blaustein. Der Eingang befindet sich unterhalb des viergeschossigen Turms an der Vorderseite, zu der die 1861 errichtete „Evangelische Brücke“ führt.
Die Turmhaube wurde 1684 als Teil der lutherischen Kirche in Mülheim am Rhein errichtet und kam nach deren Zerstörung beim Hochwasser von 1784 nach Monschau.
Der Saal mit vollständig weißen Wänden ist im nach Ludwig XVI. benannten Louis-seize-Stil gestaltet.
Der Taufstein stammt noch aus der 1831 abgerissenen lutherischen Kirche von Menzerath und wird auf das Jahr 1683 datiert. Die holzgetäfelte Empore und die Orgel befinden sich auf zwei von Säulen getragenen Balkonen über dem Eingang.
In der Kirche gibt es Gedenktafeln für die Gefallenen mehrerer Kriege: des Befreiungskriegs (1813-1815), des Deutsch-Französischen Kriegs (1870-1871) sowie des Ersten Weltkriegs (1914-1918). Eine Tafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs wurde 2014 nicht wieder angebracht.

Instandsetzungen
Aufgrund eines starken Befalls mit Holzschwamm und anderen Schädlingen musste die Kirche zwischen 1977 und 1981, 2005 und 2006 und dann erneut zwischen 2010 und 2011 instandgesetzt werden. Die jüngeren Arbeiten wurden durch Spuren des giftigen, 1981 zur Schädlingsbekämpfung eingesetzten Mittels Xylamon stark erschwert und verteuerten sich.

(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


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