Auf den Spuren der Geschichte durch die Wahner Heide
Zwischen Militär, Geschichte und Natur – Kontraste in der Wahner Heide
Eine Entdeckung von Adrian Greiner
Was ihr entdecken könnt
Eine Reise durch die Wahner Heide - Hier könnt ihr neben Natur auch einige spannende Geschichten entdecken. Ob von alten Handelswegen oder einst wichtigen Militär- und Informationsanlagen, die Entdeckung führt euch vorbei an verschiedenen Spots, die euch einen Einblick in die vielfältige und spannende Geschichte der Wahner Heide geben.
Frühgeschichtliche Funde zeigen, dass das Gebiet der Wahner Heide schon früh von Menschen durchstreift und zeitweilig besiedelt wurde. Allerdings wurde die Heide erst im Mittelalter zunehmend wirtschaftlich genutzt. Einst befand sich auf dem Gebiet der Wahner Heide noch viel Waldgebiet, das unter anderem der Gewinnung von Holz und zur Jagd diente. Außerdem wurde mit dem Abbau wertvoller Bodenschätze wie Ton und Torf begonnen. Fehlende Aufforstung der Waldgebiete und die Ausbeutung der Böden führten zu immer mehr offenen Heideflächen mit verarmten Böden, die eine landwirtschaftliche Nutzung fast unmöglich machten.
Die offenen Flachen und fehlende landwirtschaftliche Nutzung machten die Wahner Heide zu einem für das preußische Militär interessantem Gebiet. Dieses errichtete ab 1817 einen Schießplatz, eine Kaserne und einen Truppenexerzierplatz.
Auf die preußischen Truppen folgte die Nutzung der Heide von weiteren verschiedene Streitkräfte wie französische Truppen, der Wehrmacht sowie alliierte Streitkräfte. Das britische begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Bau von zwei Start- und Landebahnen und der Einrichtung eines Linienflugdienstes, was die Grundsteinlegung für den heutigen Flughafen Köln/Bonn war. Es folgt eine Stationierung belgischer Truppen, welche zwei Kasernen sowie viele Straßen und Befestigungen bauten und viele NATO-Übungen durchführten. Seit dem Abzug der belgischen Truppen 2004 wird nur noch ein kleiner Teil der Wahner Heide von der Bundeswehr für Übungen genutzt.
Heute ist die Wahner Heide das zweitgrößte Naturschutzgebiet sowie das zweitartenreichste Heidengebiet Nordrhein-Westfalens. Vor allem der magere Boden und die offene Heidestruktur bietet zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Damit diese Gebiete nicht zuwachsen, werden verschiedene Tiere wie Esel und Wasserbüffel eingesetzt, die auf natürliche Weise die Gebiete offenhalten. Die Wasserbüffel verhindern etwa das Zuwachsen der Wasserstellen, der alten Tongrube, wo noch bis Ende des 20. Jahrhundert Ton in großen Mengen abgebaut wurde.
Praktische Informationen
Anreise:
Vom Bahnhof Troisdorf sind es circa 15 Minuten mit dem Fahrrad zum Ausgangspunkt der Tour, dem „Optischen Telegraf Nr. 53“. Hier gibt es auch einige Parkplätze für eine Anreise mit dem Auto.
Naturschutzgebiet und militärische Nutzung:
Die Wahner Heide gilt als das zweit artenreichste Naturschutzgebiet in NRW. Dementsprechend sollten Wege und Straßen nicht verlassen und lokale Schilder und Informationen beachtet werden. Auch wegen der ehemaligen militärischen Nutzung sollte vor allem in den Bereichen, die mit roten Pfosten begrenzt sind, die Wege nicht verlassen werden. Hier besteht die Gefahr, dass sich weiterhin Munition im Boden befindet, die detonieren könnte.
Einkehrmöglichkeiten:
In der Umgebung des Optischen Telegrafen und im Telegrafenhaus gibt es mehrere Einkehrmöglichketen. Auf der Tour gibt es keine Möglichkeiten Verpflegung zu kaufen. Nehmt also genügend Trinken und Essen mit.
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den Themen Naturschutz und Biodiversität in der Wahner Heide sind in der Nähe der Pfarrkirche St. Georg zu finden. Dort befindet sich das Infozentrum Wahner Heide des Vereins Bündnis Heideterrasse e. V. in Form eines kleinen Dokumentationshäuschens mit Schaugarten (Flughafenstraße 33, 53842 Troisdorf-Altenrath). Geöffnet ist das Häuschen von April bis Oktober jeden Sonntag zwischen 11 und 15 Uhr Weitere Informationen findet ihr unter: Infozentrum Wahner Heide