Entdeckung zu Fuß

Spaziergang durch die Düsseldorfer Altstadt

Stadtgeschichte der zweiten Rheinmetropole

Eine Entdeckung von Antonia Frinken


  • Dauer
    Dauer
    2h
  • Strecke
    Strecke
    4,6km
  • Eignung
    Eignung
    inklusive Infos
    familienfreundlich
    kinderwagentauglich
  • Themen
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    Glaube und Religion
    Stadtgeschichte
    Schlösser, Burgen und Festungen
    Wald und Park
    Denkmal
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    copyright
    CC BY 4.0

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Was ihr entdecken könnt

In der Düsseldorfer Altstadt spaziert ihr gemütlich von den Zeugnissen der Stadterhebung im Mittelalter zur heutigen Grünen Lunge der Landeshauptstadt - dem Hofgarten.

Die Ursprünge Düsseldorfs, der Limburgische Erbfolgestreit und die Stadterhebung
Die Siedlung „Dusseldorp“, benannt nach dem nahen Flüsschen Düssel, wurde erstmals um 1135 in einem Schreinsbuch - einer Art mittelalterlichem Melderegister - erwähnt. Gegründet wurde sie vermutlich im 12. Jahrhundert und gehörte zur Grafschaft Berg, die im 11. Jahrhundert entstand und von 1380 bis 1806 ein bedeutendes rechtsrheinisches Herzogtum war.

Die Grafschaft Berg war eine der Konfliktparteien im sogenannten Limburger Erbfolgestreit, einer komplexen Auseinandersetzung um die Erbnachfolge im Herzogtum Limburg, die am 5. Juni 1288 in der Schlacht von Worringen eskalierte. Durch den Sieg Johanns von Brabant und seiner Verbündeten, darunter Graf Adolf V. von Berg, verschob sich das Machtgefüge im Rheinland und in Westfalen.
In der Folge verlieh Graf Adolf V. von Berg Düsseldorf am 14. August 1288 die Stadt- und Marktrechte. Damit einher ging eine schnelle und umfassende Befestigung des noch kleinen Ortes, da er sich an der Westgrenze der Grafschaft Berg befand.

Zur Zeit der Stadterhebung entstand auch die Pfarrkirche Sankt Lambertus in der heutigen Düsseldorfer Altstadt als Teil eines Stifts. Zwischen 1592 und 1642 befand sich hier außerdem die Grablege der Herzöge von Berg.
Auf die Entstehung des Stifts, die Verleihung der Marktrechte und die Schlacht von Worringen nimmt auch das von Bert Gerresheim zum 700. Jahrestag der Stadterhebung geschaffene Monument Bezug. Gestalterisch auffällig ist hier die Technik des sogenannten Vexierens: Durch Brüche und Risse in der Skulptur zeigt Gerresheim die Vielschichtigkeit von Personen und Thematiken auf.

Düsseldorf als Residenzstadt der Herzöge von Berg
Bevor die Grafschaft Berg 1380 zum Herzogtum wurde, gab es am heutigen Burgplatz bereits eine Niederungsburg. Im Laufe des 13. Jahrhunderts, vermutlich um die Schlacht von Worringen, entstand dann an Ort und Stelle der Vorgängerbau des späteren Schlosses, der allerdings durch Brände zerstört wurde.
Daher fehlte vor Ort ein repräsentatives Schloss, als Düsseldorf 1521 zur Hauptstadt der Vereinigten Herzogtümer von Jülich-Kleve-Berg erhoben wurde. Die Bauarbeiten nahmen allerdings erst 1549 unter Wilhelm dem Reichen Schwung auf. 1551 wurde der heute noch erhaltene Schlossturm fertiggestellt, in dem seit 1978 das SchifffahrtMuseum untergebracht ist. Der zum Schloss gehörende Hofgarten wurde erstmals 1557 bezeugt.
Nachdem die Heidelberger Residenz des Johann Wilhelm von der Pfalz, genannt Jan Wellem, im Zuge des Pfälzer Erbfolgekrieges zerstört wurde, verlegte er den Hof wieder nach Düsseldorf und ließ das Schloss Ende des 17. Jahrhunderts nach seinem Geschmack aus- und umbauen. Zwischen 1709 und 1712 wurde die Gemäldegalerie an das Schloss angebaut. Es handelte sich um eines der ersten eigenständigen Museen Europas, in dem die umfangreiche herzogliche Sammlung italienischer, flämischer und niederländischer Meister der Renaissance und des Barock gezeigt wurde.
Nach dem Tod Jan Wellems 1716 wurde die Residenz zunächst wieder nach Heidelberg und dann nach Mannheim verlegt. Während des Ersten Koalitionskriegs (1792-1797) wurde Düsseldorf 1794 beschossen. Das Schloss sowie ein Kloster und mehrere bürgerliche Häuser in der Umgebung brannten dabei aus.

1815 trat das Königreich Preußen die Rechtsnachfolger des Großherzogtums Berg an. Ab 1817 nutzte die Königliche Münze Räumlichkeiten im Schloss und prägte hier Währung. 1819 zog die Kunstakademie Düsseldorf ebenfalls in das Schloss und die Gemäldegalerie ein. Bei einem Großbrand in der Nacht vom 19. auf den 20. März 1872 wurde das Schloss zerstört. Die Ateliers der Kunstakademie gingen dabei verloren, die Gemäldegalerie mit ihren kostbaren Beständen überstand das Feuer jedoch weitgehend unbeschadet.

Die grüne Lunge der Stadt
Der Hofgarten ist bereits 1557 als Garten Wilhelms des Reichen belegt, verfiel allerdings nach dem Tod Jan Wellems und der Auflösung des Düsseldorfer Hofes. Nach der verheerenden Zerstörung des Siebenjährigen Krieges in Düsseldorf ordnete Kurfürst Karl Theodor zu Pfalz-Sulzbach 1769 die Wiederherrichtung des Parks und die Öffnung für die Stadtbevölkerung an.
Im 19. Jahrhundert wurde der Hofgarten durch den bedeutenden Landschaftsarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe im Stil englischer Landschaftsgärten neugestaltet, nachdem er im Ersten Koalitionskrieg gegen Napoleon Bonaparte schwere Schäden davongetragen hatte. Aus dieser Zeit stammen die großen Weiher sowie die Goldene Brücke.
Während das Erscheinungsbild des Parks aus dem 19. Jahrhundert größtenteils erhalten geblieben ist, durchschneiden seit dem Wiederaufbau der Stadt in den 1950er Jahren mehrspurige Straßen das Gelände.
Der Hofgarten bietet Düsseldorfer*innen und Besuchenden eine grüne Oase im Herzen der Stadt und ist darüber hinaus auch das Zuhause verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Enten, Gänse und Schwäne werden im denkmalgeschützten Schwanenhaus betreut, wenn sie krank oder verletzt sind. Eichhörnchen, Schildkröten und Halsbandsittiche sind ebenfalls im Hofgarten zu finden.

Praktische Informationen

Inklusive Informationen
Die Gehwege auf der Route sind größtenteils eben, die Beschaffenheit des Untergrunds ändert sich aber immer wieder. Einige Straßen und Plätze sind mit Kopfsteinen gepflastert und an der Rheinpromenade ist ein Teil des Weges gekiest.

Infrastruktur und Gastronomie
In der Düsseldorfer Altstadt gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants.

Wenn ihr mit der Bahn anreist, steigt ihr am besten am Hauptbahnhof Düsseldorf aus. Mehrere U-Bahnlinien fahren von hier aus in die Altstadt. Zu Fuß sind es zwischen 15 und 20 Minuten.

In der Altstadt gibt es mehrere Parkhäuser, die allerdings kostenpflichtig und bei hohem Besuchendenaufkommen, zum Beispiel am Wochenende und bei gutem Wetter, schnell voll belegt sind.


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