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Katholische Kirche Sankt Lambertus Düsseldorf
Was ihr entdecken könnt
Ein Pilgerziel in Düsseldorf ist das 1288 gegründete Kollegiatstift St. Lambertus, das aus einer 1206 zur Pfarre erhobenen Kirche hervorgegangen ist.
Sankt Lambertus ist heute die Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei, die 2011 aus einer Zusammenlegung der Pfarreien Sankt Lambertus. Sankt Maximilian und Sankt Mariä Empfängnis hervorgegangen ist. Der Kirchenbau geht auf vor dem Hochmittelalter entstandene Vorgängerbauten zurück.
Entstehung
Ein Vorgängerbau ist durch eine Urkunde Papst Hadrians IV. vom 23. Mai 1159 belegt, aber sicherlich älter. Ursprünglich handelte es sich um eine romanische Hafenkapelle, die 1209 Pfarrkirche wurde.
Zeit als Stiftskirche und herzogliche Grablege
Ab 1288 entstand an dieser Stelle im Rahmen der Erhebung Düsseldorfs zur Stadt ein Stift, dessen Kirche Sankt Lambertus wurde. Herzog Wilhelm von Berg, der Erste in seiner Linie, und seine Familie förderten das Stift im 14. Jahrhundert umfangreich und ließen in den 1390ern die Gebeine des Heiligen Apollinaris hierher überführen. Ab 1370 wurde hier eine Hallenkirche im Stil der niederrheinischen Backsteingotik errichtet, die 1392 eingeweiht wurde.
Ab 1592 übernahm Sankt Lambertus mit der Bestattung Herzog Wilhelms des Reichen die Funktion als Grablege der Herzöge von Berg vom Altenberger Dom und behielt diese bis 1642, als sie an die neue jülich-bergische Hofkirche Sankt Andreas ging. Die Fürstengruft von Sankt Lambertus befindet sich vor dem Altar des Heiligen Petrus.
Reparaturen im 17. Jahrhundert
Durch einen Sturm 1606 sowie die Explosion eines nahen Pulverturms 1634 wurde die Kirche beschädigt und die Innenausstattung in der Folge erneuert. Die Kanzel, mehrere Altäre und Beichtstühle sind aus den 1690ern erhalten.
Das Stift Sankt Lambertus wurde im Zuge der Säkularisation mit dem Reichsdeputationshauptbeschluss von 1803 aufgelöst.
Der Turmhelm und der Teufel
1815 wurde der Turmhelm nach einem Brand erneuert. Das Dach verdrehte sich nach seiner Errichtung, da hierfür frisches und daher zu feuchtes Holz verwendet wurde. Dazu entstand die Sage, der Teufel habe das Dach abreißen wollen und sei durch seinen Misserfolg so erzürnt gewesen, dass er den Turm verdrehte. Nachdem der Turmhelm im Zweiten Weltkrieg erneut beschädigt wurde, wurde er auf Wunsch der Bevölkerung schief wiederaufgebaut, um sein gewohntes Erscheinungsbild zu bewahren.
Basilica minor
Seit 1974 trägt Sankt Lambertus den Titel Basilica minor, der seinerzeit durch Papst Paul VI. verliehen wurde. Mit diesem Titel werden - angelehnt an die vier großen Basilicae maiores in Rom - besondere Kirchen außerhalb Roms geehrt. Sankt Lambertus verfügt bis heute über mehrere Reliquien, unter anderem ein romanisches Kopfreliquiar, dessen Inhalt dem Heiligen Candidus oder dem Heiligen Vitalis zugeschrieben wird.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)
Entstehung
Ein Vorgängerbau ist durch eine Urkunde Papst Hadrians IV. vom 23. Mai 1159 belegt, aber sicherlich älter. Ursprünglich handelte es sich um eine romanische Hafenkapelle, die 1209 Pfarrkirche wurde.
Zeit als Stiftskirche und herzogliche Grablege
Ab 1288 entstand an dieser Stelle im Rahmen der Erhebung Düsseldorfs zur Stadt ein Stift, dessen Kirche Sankt Lambertus wurde. Herzog Wilhelm von Berg, der Erste in seiner Linie, und seine Familie förderten das Stift im 14. Jahrhundert umfangreich und ließen in den 1390ern die Gebeine des Heiligen Apollinaris hierher überführen. Ab 1370 wurde hier eine Hallenkirche im Stil der niederrheinischen Backsteingotik errichtet, die 1392 eingeweiht wurde.
Ab 1592 übernahm Sankt Lambertus mit der Bestattung Herzog Wilhelms des Reichen die Funktion als Grablege der Herzöge von Berg vom Altenberger Dom und behielt diese bis 1642, als sie an die neue jülich-bergische Hofkirche Sankt Andreas ging. Die Fürstengruft von Sankt Lambertus befindet sich vor dem Altar des Heiligen Petrus.
Reparaturen im 17. Jahrhundert
Durch einen Sturm 1606 sowie die Explosion eines nahen Pulverturms 1634 wurde die Kirche beschädigt und die Innenausstattung in der Folge erneuert. Die Kanzel, mehrere Altäre und Beichtstühle sind aus den 1690ern erhalten.
Das Stift Sankt Lambertus wurde im Zuge der Säkularisation mit dem Reichsdeputationshauptbeschluss von 1803 aufgelöst.
Der Turmhelm und der Teufel
1815 wurde der Turmhelm nach einem Brand erneuert. Das Dach verdrehte sich nach seiner Errichtung, da hierfür frisches und daher zu feuchtes Holz verwendet wurde. Dazu entstand die Sage, der Teufel habe das Dach abreißen wollen und sei durch seinen Misserfolg so erzürnt gewesen, dass er den Turm verdrehte. Nachdem der Turmhelm im Zweiten Weltkrieg erneut beschädigt wurde, wurde er auf Wunsch der Bevölkerung schief wiederaufgebaut, um sein gewohntes Erscheinungsbild zu bewahren.
Basilica minor
Seit 1974 trägt Sankt Lambertus den Titel Basilica minor, der seinerzeit durch Papst Paul VI. verliehen wurde. Mit diesem Titel werden - angelehnt an die vier großen Basilicae maiores in Rom - besondere Kirchen außerhalb Roms geehrt. Sankt Lambertus verfügt bis heute über mehrere Reliquien, unter anderem ein romanisches Kopfreliquiar, dessen Inhalt dem Heiligen Candidus oder dem Heiligen Vitalis zugeschrieben wird.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)