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Denkmal für die jüdischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd
Was ihr entdecken könnt
Gegenüber dem Denkmal für die im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite gefallenen jüdischen Soldaten wurde am 75. Jahrestag der deutschen Kapitulation, dem 8. Mai 2020, ein Denkmal für die jüdischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs eingeweiht.
Der quaderförmige Gedenkstein besteht aus demselben Material und hat dieselbe Höhe wie das ihm gegenüberstehende Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Der Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb der Gebrüder Jörg und Sven Mies übernahm die Ausführung und Aufstellung. Das Denkmal wurde am 75. Jahrestag der deutschen Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs, dem 8. Mai 2020, eingeweiht.
Der Gedenkstein trägt auf drei der vier Seiten Inschriften in insgesamt sechs Sprachen - Englisch, Französisch, Deutsch, Hebräisch, Jiddisch und Russisch. Dabei sind alle Seiten wie folgt gestaltet: Unter einem Davidstern steht auf Hebräisch „Zum ewigen Gedenken“, dann die Widmung auf zwei Sprachen. Die Inschrift schließt mit einer hebräischen Abkürzung, die sich normalerweise auf Grabsteinen findet. Auf Deutsch bedeutet sie: „Mögen ihre Seelen eingebunden sein in das Bündel des Lebens.“
Die deutsche Widmung lautet:
„Im ewigen Andenken an die jüdischen Männer und Frauen, Soldaten und Widerstandskämpfer, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (1933-1945) ihr Leben für die Freiheit des jüdischen Volkes gaben. Mögen ihre Seelen eingebunden sein in das Bündel des Lebens.“
Somit weist das Denkmal subtil, aber eindeutig darauf hin, dass sich jüdische Menschen europaweit auf verschiedenste Arten und Weisen dem NS-Regime widersetzten. Jüdischer Widerstand wurde innerhalb und außerhalb der Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager sowohl mit als auch ohne Waffen geleistet. Dabei widersetzten sich die Menschen allen Aspekten der Ausgrenzung, Diskriminierung, Gewalt sowie des Massenmords und Genozids. Sie behaupteten sich selbst und ihre eigene Menschlichkeit, indem sie Erinnerungen festhielten, die Shoah dokumentierten, kulturelle, religiöse und soziale Angebote schufen und aufrechterhielten.
Vor allem in den Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern war bewaffneter Widerstand schwer umsetzbar und mit enormem Risiko verbunden. Trotzdem formierten sich auch hier mehrere Gruppen von meist jungen Frauen und Männern. Eine der berühmtesten Aktionen des bewaffneten Widerstands jüdischer Menschen war der Aufstand im Warschauer Ghetto von April bis Mai 1943.
Zudem gab es einige jüdische Emigranten und Geflüchtete aus Deutschland, die auf Seiten der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg eintraten.
Ein Beispiel aus Köln ist Richard Stern (1899-1967), der als junger Mann bereits im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite gekämpft hatte und Mitglied des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten war.
1928 übernahm er das Geschäft für Bett- und Polsterwaren seines Vaters. Von den „Judenboykotten“ am 1. April 1933 war auch sein Betrieb betroffen. Bereits nach der Ankündigung verteilte Richard Stern Flugblätter, in denen er mit Bezug auf die Verdienste jüdischer Frontsoldaten gegen die Boykotte protestierte. Am Tag selbst öffnete er sein Geschäft und stellte sich mit seinem Eisernen Kreuz am Revers neben den SA-Posten vor dem Eingang. Richard Stern wurde verhaftet, aber am selben Tag wieder freigelassen.
1939 gelang ihm die Flucht in die USA. Ab 1942 kämpfte er für die amerikanischen Streitkräfte und kam 1945 als Sergeant wieder zurück nach Köln. Dort erfuhr er, dass 53 seiner Angehörigen deportiert und ermordet worden waren.
Richard Stern starb 1967 in Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)
Internet
de.wikipedia.org: Abschnitt zum Denkmal für die jüdischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs im Eintrag zum Jüdischen Friedhof Bocklemünd (aufgerufen: 01.04.2026)
www.bpb.de: Widerstand und Selbstbehauptung von Juden im Nationalsozialismus (Text Andrea Löw, in der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschehen“, 20.06.2014, aufgerufen: 01.04.2026)
www.bpb.de: 19. April 1943: Aufstand im Warschauer Ghetto (in der Rubrik „kurz&knapp“ der Bundeszentrale für politische Bildung, 17.04.2023, aufgerufen: 01.04.2026)
de.wikipedia.org: Richard Stern (aufgerufen: 01.04.2026)
Der Gedenkstein trägt auf drei der vier Seiten Inschriften in insgesamt sechs Sprachen - Englisch, Französisch, Deutsch, Hebräisch, Jiddisch und Russisch. Dabei sind alle Seiten wie folgt gestaltet: Unter einem Davidstern steht auf Hebräisch „Zum ewigen Gedenken“, dann die Widmung auf zwei Sprachen. Die Inschrift schließt mit einer hebräischen Abkürzung, die sich normalerweise auf Grabsteinen findet. Auf Deutsch bedeutet sie: „Mögen ihre Seelen eingebunden sein in das Bündel des Lebens.“
Die deutsche Widmung lautet:
„Im ewigen Andenken an die jüdischen Männer und Frauen, Soldaten und Widerstandskämpfer, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (1933-1945) ihr Leben für die Freiheit des jüdischen Volkes gaben. Mögen ihre Seelen eingebunden sein in das Bündel des Lebens.“
Somit weist das Denkmal subtil, aber eindeutig darauf hin, dass sich jüdische Menschen europaweit auf verschiedenste Arten und Weisen dem NS-Regime widersetzten. Jüdischer Widerstand wurde innerhalb und außerhalb der Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager sowohl mit als auch ohne Waffen geleistet. Dabei widersetzten sich die Menschen allen Aspekten der Ausgrenzung, Diskriminierung, Gewalt sowie des Massenmords und Genozids. Sie behaupteten sich selbst und ihre eigene Menschlichkeit, indem sie Erinnerungen festhielten, die Shoah dokumentierten, kulturelle, religiöse und soziale Angebote schufen und aufrechterhielten.
Vor allem in den Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern war bewaffneter Widerstand schwer umsetzbar und mit enormem Risiko verbunden. Trotzdem formierten sich auch hier mehrere Gruppen von meist jungen Frauen und Männern. Eine der berühmtesten Aktionen des bewaffneten Widerstands jüdischer Menschen war der Aufstand im Warschauer Ghetto von April bis Mai 1943.
Zudem gab es einige jüdische Emigranten und Geflüchtete aus Deutschland, die auf Seiten der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg eintraten.
Ein Beispiel aus Köln ist Richard Stern (1899-1967), der als junger Mann bereits im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite gekämpft hatte und Mitglied des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten war.
1928 übernahm er das Geschäft für Bett- und Polsterwaren seines Vaters. Von den „Judenboykotten“ am 1. April 1933 war auch sein Betrieb betroffen. Bereits nach der Ankündigung verteilte Richard Stern Flugblätter, in denen er mit Bezug auf die Verdienste jüdischer Frontsoldaten gegen die Boykotte protestierte. Am Tag selbst öffnete er sein Geschäft und stellte sich mit seinem Eisernen Kreuz am Revers neben den SA-Posten vor dem Eingang. Richard Stern wurde verhaftet, aber am selben Tag wieder freigelassen.
1939 gelang ihm die Flucht in die USA. Ab 1942 kämpfte er für die amerikanischen Streitkräfte und kam 1945 als Sergeant wieder zurück nach Köln. Dort erfuhr er, dass 53 seiner Angehörigen deportiert und ermordet worden waren.
Richard Stern starb 1967 in Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania.
(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)
Internet
de.wikipedia.org: Abschnitt zum Denkmal für die jüdischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs im Eintrag zum Jüdischen Friedhof Bocklemünd (aufgerufen: 01.04.2026)
www.bpb.de: Widerstand und Selbstbehauptung von Juden im Nationalsozialismus (Text Andrea Löw, in der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschehen“, 20.06.2014, aufgerufen: 01.04.2026)
www.bpb.de: 19. April 1943: Aufstand im Warschauer Ghetto (in der Rubrik „kurz&knapp“ der Bundeszentrale für politische Bildung, 17.04.2023, aufgerufen: 01.04.2026)
de.wikipedia.org: Richard Stern (aufgerufen: 01.04.2026)