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Denkmal zur Erinnerung an zerstörte Kölner Synagogen auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd


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Was ihr entdecken könnt

Die Bronzeplastik des Künstlers Franz Josef Lipensky wurde am 5. November 1978 auf dem Neuen jüdischen Friedhof in Köln-Vogelsang aufgestellt und erinnert an die Kölner Synagogen, die durch den Novemberpogrom 1938 zerstört wurden.

Der Neue jüdische Friedhof wurde 1918 eingeweiht und ist seitdem der Begräbnisplatz der Synagogen-Gemeinde Köln. Zwischen dem imposanten Eingangsgebäude mit Trauerhalle und dem Denkmal des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten verläuft mittig im Gelände eine breite Sichtachse. In ihrem hinteren Drittel befinden sich mehrere Denkmäler, unter anderem das Denkmal zur Erinnerung an die Zerstörung der Kölner Synagogen.

Gestaltung, Aufstellung und Diebstahl
Die ursprüngliche Bronzeplastik von Franz Josef Lipensky (1932-2023) wog 750 Kilogramm und bestand aus einem Sockel, auf dem ein Mauerfragment, eine zerstörte Thorarolle, eine Menorah sowie sechs Davidsterne für die sechs Millionen Opfer der Shoah ruhen.
Der Sockel trägt die folgende Inschrift in hebräischer und deutscher Sprache:
„Zur Erinnerung und Mahnung
In der Pogromnacht 9.11.1938 (Reichskristallnacht) wurden die jüdischen Gotteshäuser niedergebrannt und zerstört. Reste von teilweise geretteten Torarollen und heiligen Kultgegenständen wurden im Jahre 1939 auf diesem Friedhof vergraben. Im Jahre 1978 wurden die Überreste wiedergefunden und hier bestattet.“


Kultgegenstände und heilige Schriften werden nach jüdischem Ritus üblicherweise in Särgen bestattet, wenn sie unbrauchbar werden. Die 1978 aufgefundenen Gegenstände waren 1939 offenbar eilig vergraben worden, um sie vor der Zerstörung zu bewahren.

Das Denkmal wurde am 5. November 1978 der Öffentlichkeit übergeben. In der Nacht vom 14. auf den 15. November 2010 wurde die Plastik - vermutlich aufgrund des Wertes der verwendeten Bronze - gestohlen und konnte nicht wieder ausfindig gemacht werden. Im Juni 2020 wurde sie durch eine Replik aus Fiberglas ersetzt, die Franz Josef Lipensky gemeinsam mit dem Bildhauer Klemens Hechenrieder angefertigt hatte.
Die Novemberpogrome in Köln
Als Novemberpogrome (früher auch beschönigend „Reichskristallnacht“ oder „Kristallnacht“) oder Reichspogromnacht werden gewaltsame Ausschreitungen gegen jüdische Menschen überall im damaligen Deutschen Reich bezeichnet. Sie ereigneten sich zwischen dem 7. und dem 13. November 1938, hauptsächlich in der Nacht vom 9. auf den 10. November.
Dabei wurden Synagogen, Bethäuser und andere jüdische Einrichtungen sowie die Wohnungen und wenigen verbliebenen Geschäfte jüdischer Personen überfallen, geplündert und in Brand gesteckt. Jüdische Friedhöfe wurden geschändet. Zwischen 1.000 und 2.000 jüdische Menschen wurden ermordet. Mindestens 30.000 jüdische Personen wurden nach dem 10. November verhaftet und in frühe Konzentrationslager deportiert, wo viele von ihnen an den Haftbedingungen starben oder ermordet wurden.
Die Gewalttaten sollten spontan wirken, waren aber vom NS-Regime geplant und gelenkt. Im Anschluss wurden die systematische Verfolgung und Unterdrückung jüdischer Menschen intensiviert.

In Köln wurden während der Novemberpogrome zahlreiche jüdische Einrichtungen sowie Privatwohnungen geplündert und/oder zerstört. Alle sechs Synagogen in Köln wurden geplündert und verwüstet, teilweise auch in Brand gesteckt. Diese waren:


Abgesehen von der Synagoge in der Roonstraße waren alle jüdischen Gotteshäuser spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg so stark zerstört, dass sie nicht wiederaufgebaut werden konnten. Die neue Synagoge in der Roonstraße wurde am 20. September 1959 wiedereröffnet und ist heute das Gotteshaus der Synagogen-Gemeinde Köln.

(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)


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