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Franziskastollen der Grube Lüderich bei Hoffnungsthal
Was ihr entdecken könnt
Auf der Westseite des Lüderich bei Rösrath-Hoffnungsthal schneidet das Rothenbachtal tief in den Höhenzug hinein. Hier wurde der Franziskastollen der Grube Lüderich betrieben.
Der Lüderich ist mit 260 Metern die höchste Erhebung im Rösrather Stadtgebiet und war das ertragreichste Abbaugebiet des Bensberger Erzreviers. Mehrere Stollen wurden auf der Grube Lüderich betrieben, darunter der Franziskastollen bei Hoffnungsthal.
1837 übernahmen zwei Siegener Bergbauunternehmer mehrere kleine Betriebe auf dem Lüderich und schlossen sie zu einer Gewerkschaft zusammen. Dabei suchten sie nach dem alten Rothenbachstollen, der jedoch unauffindbar blieb. Stattdessen wurde ein neuer Rothenbachstollen in den Berg getrieben. Das anfallende Material wurde im Rothenbachtal auf der südlichen Talseite aufgeschüttet. Die entstandene Halde wurde im 19. Jahrhundert planiert und 1850 das noch heute stehende Zechenhaus mit der später angebauten Waschkaue (Umkleide- und Waschraum) errichtet. Direkt neben dem Zechenhaus lag der Stolleneingang, der nach der Stilllegung der Grube 1978 mit Beton verschlossen wurde. Der Betonblock ist rechts hinter einer Informationstafel zu finden.
Direkt vor dem Haus fließt der Rothenbach, benannt nach seiner roten Farbe. Einer Sage nach stammt diese vom Blut heidnischer Bergleute, die bei einem Gottesgericht im Berg getötet wurden. Tatsächlich erhält das Wasser seine Färbung durch hohen Eisengehalt, vermutlich aus Entwässerungsstollen, die in den Bach hineinlaufen, aber bisher noch nicht entdeckt wurden.
Spätestens ab 1847 wurde das Bergwerk in Grube Franziska umbenannt. Sie gehörte
zur Grube Lüderich, war aber lange ein isolierter Betriebspunkt. Erst um 1890 wurde eine untertägige Verbindung zwischen dem zum Franziskastollen umbenannten Rothenbachstollen und dem von Norden kommenden Lüderichstollen geschaffen. 1893 wurde in einiger Entfernung zum Zechenhaus der Franziskaschacht samt Fördergerüst als Stollenzugang errichtet. Von dort wurde fortan das Erz gefördert.
Bergarbeiter aus Hoffnungsthal fuhren aber weiterhin durch den Franziskastollen ein.
Zechenhaus und Waschkaue
Die beiden Gebäude liegen am Rothenbacher Weg. Das Zechenhaus ist ein anderthalbgeschossiger Fachwerkbau mit Backsteinwänden und kleinen Holzfenstern. An der Süd- und Westfassade ist zum Schutz vor Witterung mit Holz verkleidet. Eine stabile Backsteinmauer trennt das Grundstück von der Straße. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Wann genau es umgebaut wurde - ob nach dem Bau eines neuen Waschgebäudes oder nach der Stilllegung des Personenbetriebs - ist unklar.
Rund um das Haus stehen mehrere kleine Nebengebäude unterschiedlicher Bauzeit. Dazu zählt die um 1900 aus Backstein errichtete Waschkaue. Neben der Funktion als Umkleide und Aufbewahrungsort der Arbeitskleidung diente sie wohl auch als Sozialgebäude für die Bergarbeiter. Im Inneren der Kaue befanden sich in einem hohen Raum Seilzüge, an denen die verschmutzte und nasse Arbeitskleidung hochgezogen wurde. Eine Heizung und Lüftung sorgten für das Trocknen der Kleidung. Saubere Zivilkleidung wurde ebenfalls hängend oder in Spinden aufbewahrt. Über Waschmöglichkeiten ist nichts bekannt; ein späterer Anbau könnte dafür genutzt worden sein. Der Anbau bedeutete eine massive Modernisierung des Bergbaubetriebes.
(Gekürzte, zusammengefasste Version der KuLaDig Einträge Franziskastollen der Grube Lüderich bei Hoffnungsthal / Peter Schönfeld; Waschkaue am Franziskastollen der Grube Lüderich und Zechenhaus am Franziskastollen der Grube Lüderich / Alexander Kierdorf/ alle BGV Rhein-Berg e.V., 2025/ Redaktion Lea Recken/ LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)
1837 übernahmen zwei Siegener Bergbauunternehmer mehrere kleine Betriebe auf dem Lüderich und schlossen sie zu einer Gewerkschaft zusammen. Dabei suchten sie nach dem alten Rothenbachstollen, der jedoch unauffindbar blieb. Stattdessen wurde ein neuer Rothenbachstollen in den Berg getrieben. Das anfallende Material wurde im Rothenbachtal auf der südlichen Talseite aufgeschüttet. Die entstandene Halde wurde im 19. Jahrhundert planiert und 1850 das noch heute stehende Zechenhaus mit der später angebauten Waschkaue (Umkleide- und Waschraum) errichtet. Direkt neben dem Zechenhaus lag der Stolleneingang, der nach der Stilllegung der Grube 1978 mit Beton verschlossen wurde. Der Betonblock ist rechts hinter einer Informationstafel zu finden.
Direkt vor dem Haus fließt der Rothenbach, benannt nach seiner roten Farbe. Einer Sage nach stammt diese vom Blut heidnischer Bergleute, die bei einem Gottesgericht im Berg getötet wurden. Tatsächlich erhält das Wasser seine Färbung durch hohen Eisengehalt, vermutlich aus Entwässerungsstollen, die in den Bach hineinlaufen, aber bisher noch nicht entdeckt wurden.
Spätestens ab 1847 wurde das Bergwerk in Grube Franziska umbenannt. Sie gehörte
zur Grube Lüderich, war aber lange ein isolierter Betriebspunkt. Erst um 1890 wurde eine untertägige Verbindung zwischen dem zum Franziskastollen umbenannten Rothenbachstollen und dem von Norden kommenden Lüderichstollen geschaffen. 1893 wurde in einiger Entfernung zum Zechenhaus der Franziskaschacht samt Fördergerüst als Stollenzugang errichtet. Von dort wurde fortan das Erz gefördert.
Bergarbeiter aus Hoffnungsthal fuhren aber weiterhin durch den Franziskastollen ein.
Zechenhaus und Waschkaue
Die beiden Gebäude liegen am Rothenbacher Weg. Das Zechenhaus ist ein anderthalbgeschossiger Fachwerkbau mit Backsteinwänden und kleinen Holzfenstern. An der Süd- und Westfassade ist zum Schutz vor Witterung mit Holz verkleidet. Eine stabile Backsteinmauer trennt das Grundstück von der Straße. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Wann genau es umgebaut wurde - ob nach dem Bau eines neuen Waschgebäudes oder nach der Stilllegung des Personenbetriebs - ist unklar.
Rund um das Haus stehen mehrere kleine Nebengebäude unterschiedlicher Bauzeit. Dazu zählt die um 1900 aus Backstein errichtete Waschkaue. Neben der Funktion als Umkleide und Aufbewahrungsort der Arbeitskleidung diente sie wohl auch als Sozialgebäude für die Bergarbeiter. Im Inneren der Kaue befanden sich in einem hohen Raum Seilzüge, an denen die verschmutzte und nasse Arbeitskleidung hochgezogen wurde. Eine Heizung und Lüftung sorgten für das Trocknen der Kleidung. Saubere Zivilkleidung wurde ebenfalls hängend oder in Spinden aufbewahrt. Über Waschmöglichkeiten ist nichts bekannt; ein späterer Anbau könnte dafür genutzt worden sein. Der Anbau bedeutete eine massive Modernisierung des Bergbaubetriebes.
(Gekürzte, zusammengefasste Version der KuLaDig Einträge Franziskastollen der Grube Lüderich bei Hoffnungsthal / Peter Schönfeld; Waschkaue am Franziskastollen der Grube Lüderich und Zechenhaus am Franziskastollen der Grube Lüderich / Alexander Kierdorf/ alle BGV Rhein-Berg e.V., 2025/ Redaktion Lea Recken/ LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)