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Pingenfeld der ehemaligen Grube Blücher


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Was ihr entdecken könnt

In den westlichen und östlichen Randbereichen der Grube Blücher sind ausgedehnte Pingenfelder des älteren Bergbaus erhalten. Als Pingen werden muldenförmige Vertiefungen mit zugehörigen kleinen Halden bezeichnet, die gewöhnlich die Lage von kleinen Schächten anzeigen.

Heute sind größere Teile des Geländes der Grube Blücher im zentralen Bereich der Lagerstätte durch industrielle Halden und planierte Flächen der ehemaligen Aufbereitung überprägt. In den westlichen und östlichen Randbereichen haben sich aber noch ausgedehnte Pingenfelder des älteren Bergbaus erhalten. Als Pingen werden muldenförmige Vertiefungen mit zugehörigen kleinen Halden bezeichnet, die gewöhnlich die Lage von kleinen Schächten anzeigen. Eine außerordentlich große Pinge nordwestlich vom Naturfreundehaus Hardt dürfte aber von einem offenen Tagebau stammen.
Nach alten Berichten aus dem 19. Jahrhundert soll der vorindustrielle Bergbau mit seinen handgetriebenen Stollen in Schlägel- und Eisenarbeit an der Grube Blücher in bis zu 45 Metern Tiefe angetroffen worden sein. Zudem wurden beim Ausheben von Gebäudefundamenten Reste eines Schmelzofens und sogenannte Bleiglätte angetroffen. Diese entsteht als Abfallprodukt bei der Silbergewinnung aus Blei.

Archäologische Erkundung des Pingenfeldes
Ab März 2024 wurde das Pingenfeld mit dem Metalldetektor abgesucht. Dabei wurden 21 Fundstücke aus Eisen, Blei und Bronze geborgen. Besonders interessant sind zwei ungewöhnlich große und schwere Bergeisen, die von einer alten Halde unterhalb des Blücherstollens im Nordwesten des Areals stammen. Beide Geräte zeigen eingeschlagene Markierungen im Bereich des Schaftlochs. Auf dem kürzeren Exemplar sind die römischen Ziffern „XII“ (12) angebracht, auf dem längeren Stück die Ziffern „IX“ (9) und ein weiteres Symbol. Vergleichbare Markierungen auf bergmännischen Werkzeugen sind aus Süddeutschland und dem Alpengebiet ab dem 16. Jahrhundert bekannt. Aufgrund der einfacheren Gestaltung wird allgemein eine technische oder funktionale Bedeutung angenommen.

Im östlichen Bereich des Grubenfeldes wurde außerdem ein Schmelzplatz für Blei erfasst. In der Nähe wurde auch ein Schmelztiegel aus Gusseisen geborgen. Da vergleichbare Funde sehr selten sind, ist eine Datierung des Stücks bis auf weiteres schwierig. Gusseisen wurde in Mitteleuropa erst ab dem Spätmittelalter erzeugt, davor war nur Schmiedeeisen gebräuchlich.
Unter den übrigen Funden konnten bislang keine älteren Objekte sicher datiert werden, so dass die Anfänge des Bergbaus auf dem Pingenfeld der Grube Blücher weiterhin unklar sind. Für das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit zeichnen sich auf jeden Fall intensive Tätigkeiten ab, wobei der Vortrieb der Stollen mit Schlägel und Eisen zweifelsfrei die Arbeit von professionellen Bergknappen darstellt. Hierzu passt auch der erwähnte alte Abbau bis weit unter dem Grundwasserspiegel. Denn dafür waren aufwändige Anlagen zur Wasserhebung erforderlich, wie sie ab dem 15. Jahrhundert im mitteleuropäischen Bergbau gebräuchlich wurden.

(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg, 2024 / gekürzte Version des Eintrags zum Objekt in der Fachanwendung KuLaDig; Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


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