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Franziskaschacht mit Förderturm der Grube Lüderich


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Der Franziskaschacht gehört zum ehemaligen Erzbergwerk am Lüderich und liegt auf dem Gebiet der Stadt Rösrath. Hier steht ein 1893 errichtetes Fördergerüst, das nach dem Südschacht und dem Zentralschacht die dritte moderne Förderanlage auf dem Lüderich war.

Der Franziskaschacht ist ein um 1890 errichteter, senkrechter Schacht, der oberhalb des um diese Zeit geschaffenen Verbindungsstollens zwischen dem bei Hoffnungsthal liegenden Franziskastollen und dem von Norden kommenden Lüderichstollen liegt.
1893 wurde ein Fördergerüst errichtet, das nach dem Südschacht und dem Zentralschacht die dritte moderne Förderanlage auf dem Lüderich war.

Der Schacht samt Fördergerüst sollte den besseren Zugang der Bergleute aus dem Bereich Hoffnungsthal zu den Tiefbaustollen unterhalb des beim Rothenbach liegenden Franziskastollens ermöglichen.
Mit dem Bau des Franziskaschachtes war der ganze Lüderich untertägig aufgeschlossen und eine direkte Verbindung zu den Hauptbetriebspunkten auf der Nordseite der Erhebung vorhanden.
Über diesen Hauptschacht konnte nun das Erz gefördert und in die dortige Aufbereitung gebracht werden.

Im Führungsgerüst, dem aufrecht stehenden Teil des 8 Meter hohen Förderturms, befanden sich zwei Förderkörbe nebeneinander. Sie konnten mit einer Fördermaschine (Haspel) im benachbarten Maschinenhaus getrennt voneinander bewegt werden. Die Körbe - eigentlich Boxen, in denen Personen, Grubenwagen oder andere Güter befördert werden konnten - hingen an Stahlseilen, die über große Seilscheiben auf dem Turm mit der Fördermaschine am Boden verbunden waren.

In den ersten Jahren wurden die Erze aus dem Schacht noch mit Pferden gefördert. 1897 wurde schließlich zunächst eine dampfbetriebene Fördermaschine samt Bau eines zweischiffigen Maschinenhauses beantragt. In diesem waren ebenfalls Dampfkessel und ein Kompressor für die Belüftung unter Tage untergebracht. Der Kompressor diente vermutlich auch zum Betrieb von Bohr- und Abbauhämmern mit Druckluft.

Mitte der 1920er Jahre wurde der umständliche, mit Kohle betriebene Dampfantrieb durch einen Elektroantrieb ersetzt. Dafür wurde südlich des Schachts ein Transformatorenturm errichtet, der bis heute erhalten ist. Die Seiltrommel wurde von einem 1927 gebauten Elektromotor der Siemens-Schuckert-Werke angetrieben. Dieser war über ein Getriebe mit der Köln-Ehrenfelder Maschinenbau-Anstalt verbunden. Der Teufenanzeiger (zur Anzeige der Fördertiefe) stammte von der Firma Th. Horn in Leipzig.

Die Förderung und Seilfahrt (Ein- und Ausfahrt von Bergleuten) unter Nutzung des Franziskaschachts wurde 1954 eingestellt. Seitdem diente er nur noch als Wetterschacht, also für den Luftaustausch innerhalb der Grube.

Nach Stilllegung des Bergwerks Lüderich 1978 wurde die Förderanlage in das Deutsche Bergbau-Museum Bochum überführt, das Maschinenhaus hingegen wurde abgerissen. Das auf dem Gelände verbliebene Fördergerüst wurde von der Stadt Rösrath unter Denkmalschutz gestellt und seither auf Initiative des Geschichtsvereins Rösrath mehrfach saniert. Die letzte Sanierung fand 2015 statt.

(Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg, 2025 /überarbeitete Version des Eintrags zum Objekt in der Fachanwendung KuLaDig; Lea Recken/ LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


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