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Eisenzeitlicher Ringwall auf dem Lüderich


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Auf dem Höhenzug Lüderich zwischen Overath und Rösrath befindet sich eine große eisenzeitliche Befestigungsanlage, von dem heute nur geringe Reste erhalten sind.

Auf der Kuppel des 260 Meter hohen Lüderich, der höchsten Randerhebung der Kölner Bucht, befindet sich ein großer, aber nur schlecht erhaltener Ringwall, der etwa 1,4 Kilometer lang ist. Es handelt sich um eine vorgeschichtliche Verteidigungsanlage, die durch den Bergbau, die Forstwirtschaft und den modernen Wegebau zerstört wurde. In den erhaltenen Bereichen ist die Wallanlage gewöhnlich nur schwer als schwache Erhebung oder Graben am Wegesrand zu erkennen. Nur in wenigen Bereichen können aufmerksame Beobachter den Haupt- und Vorwall sowie die zwei zugehörigen Gräben erkennen.

Der Ringwall wurde erstmals 1925 beschrieben, war aber auch damals schon schwer zu erkennen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten beabsichtigte die damalige Gemeinde Overath einen sogenannten „Thingplatz“ für Massenveranstaltungen auf dem Bergrücken einzurichten. Das Rheinische Landesmuseum Bonn ordnete daraufhin an, dass der Ringwall bei den Arbeiten zu schonen sei. Da dessen Lage vor Ort als nicht erkennbar galt, nahm das Museum 1937 eine erste Vermessung vor.

Im Bereich des Hauptwalls im Südwesten wurden Reste einer kastenförmigen Holz-Erde-Mauer festgestellt, die ursprünglich 4,5 Meter breit war. Dadurch hatte die Anlage eine starke Verteidigungskraft, auch wenn die Gräben im felsigen Grund nicht viel tiefer als 1,5 Meter reichten. Kräftige Holzkohlereste im Hauptwall und davor zeigen an, dass Teile der Mauer abgebrannt und anschließend in den vorgelagerten Graben gerutscht waren. Anhand weniger Keramikscherben wurde die Ringwallanlage in die mittlere Eisenzeit, etwa um 500 vor Christus datiert.
1980 erfolgten weitere Untersuchungen durch zwei Grabungsschnitte im Norden der Anlage. Dort konnte aber nur ein einfacher Wall mit Graben festgestellt werden.

Im Frühjahr 2020 wurden innerhalb der Anlage Detektorbegehungen durchgeführt. Diese erbrachten nur wenige Funde, die aber eher aus der jüngere Eisenzeit stammen. Die Befestigung könnte deswegen etwas später in Nutzung gewesen sein, als bislang angenommen wurde.

Da im Inneren der Anlage bisher keine Ausgrabungen stattgefunden haben, ist nicht bekannt, ob und in welchem Umfang die prähistorische Burganlage besiedelt war. Aufgrund der flachen Kuppe des Lüderich, erlaubte dieser nur eine mäßig starke Verteidigungsanlage. Daher müssen eher andere Gründe ausschlaggebend für den Standort gewesen sein. Etwa die repräsentative Lage auf der markantesten Randhöhe der Kölner Bucht. Zudem enthielt die nur etwa dreihundert Meter entfernte Lagerstätte des Lüderich-Gangzuges in ihren oberen Zonen Eisen- und Silbererze, die wahrscheinlich schon zu dieser frühen Zeit genutzt werden konnten.

(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg, 2025 /überarbeitete Version des Eintrags zum Objekt in der Fachanwendung KuLaDig; Lea Recken/ LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


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