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Hauptschacht der Grube Lüderich
Was ihr entdecken könnt
Der ehemalige Hauptschacht des Erzbergwerks am Lüderich und sein Fördergerüst mit Maschinenhaus sind die jüngsten erhaltenen Objekte des Erzbergbaus im Bensberger Erzrevier.
Der ehemalige Hauptschacht des Erzbergwerks am Lüderich und sein Fördergerüst mit Maschinenhaus sind die jüngsten erhaltenen Objekte des Bensberger Erzbergbaus. Der 1897 in Betrieb genommene Hauptschacht erhielt 1936 das neue Fördergerüst mit einer Halle für die elektrische Fördermaschine.
Das Fördergerüst ist bis zur Kranbahn circa 22 Meter hoch. Es besteht aus einem mehrere Stockwerke hohen Strebengerüst - einem stabilen Tragwerk aus senkrechten und diagonalen Streben, das den Schacht an der Oberfläche fortsetzt -, sowie seitlich ansetzenden Schrägstützen. Auf dem Gerüst befinden sich zwei große Seilscheiben nebeneinander, die jeweils einen Durchmesser von 3,4 Metern haben. Diese Rollen dienten dazu, die Stahlseile zu führen, mit denen Förderkörbe oder Kähne im Schacht bewegt wurden. Über den Seilscheiben befindet sich die Kranbahn mit Schienen, auf denen ein Hebekran fahren konnte.
Um das Gerüst herum führt eine Stahltreppe zur Plattform bei den Seilscheiben, von wo aus diese gewartet werden konnten.
Bei der Förderung im Hauptschacht nahm den östlichen Teil des Schachtes ein Skip (Gefäß) ein, mit dem das Fördergut hochgezogen wurde. Im westlichen Teil gab es einen zweistöckigen Förderkorb, der jeweils zwei Förderwagen mit je 700 Litern Fassungsvermögen nebeneinander transportieren konnte. Mit dem Skip wurde Ende der 1960er Jahre die Förderung modernisiert: An das Gerüst wurde eine sogenannte Skipentladetasche angebaut, eine Vorrichtung, die den Skip entleerte und das Fördergut in die Förderwagen zum Weitertransport zur Aufbereitung kippte.
Der Hauptschacht diente ausschließlich der Erzförderung. Das Erz wurde in Schienenwagen, den Loren, zur heute nicht mehr erhaltenen Aufbereitung auf der Nordseite des Berges transportiert.
Westlich des Förderturms steht die ebenfalls in den 1930er Jahren erneuerte Fördermaschinenhalle. In ihr stand eine 1936 angeschaffte Elektrofördermaschine, die nach Betriebsende vermutlich zur Weiterverwendung verkauft wurde. Anders als der Zentral- und Franziskaschacht der Grube Lüderich, die einfache Haspeln mit elektrischem Antrieb hatten, wurde für den Hauptschacht eine moderne Koepe-Fördermaschine angeschafft. Diese ermöglichte ein ruckfreies Anfahren, erforderte aber von den Bedienenden besondere Vorsicht.
Nach der Stilllegung des Bergwerks 1978 wurden die älteren Gebäude der Schachtanlage im Osten, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden waren, wegen Baufälligkeit und Bergschäden abgerissen.
Auf Betreiben ehemaliger Bergleute wurden das Fördergerüst und die Maschinenhalle von der Stadt Overath unter Denkmalschutz gestellt. Das Fördergerüst erhielt oberhalb der Schachthalle einen neuen Korrosionsschutz, um es vor Rost zu schützen.
Im Inneren des Maschinenhauses wurde eine Zwischendecke eingebaut: Im Erdgeschoss entstand ein Gastronomiebetrieb, darüber Umkleideräume für den heute auf dem rekultivierten Gelände liegenden Golfplatz.
Das Overather Gerüst ist ein Gerüst der Dörnen Bauart und eines der frühesten seiner Art. Zusammen mit der damals eingesetzten, heute nicht mehr erhaltenen Fördermaschine mit Koepe-Scheibe steht es für den Einsatz modernster Technik im Rahmen der NS-Autarkiepolitik, mit der eine eigenständige Rohstoffversorgung Deutschlands gesichert werden sollte.
(Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg, 2025 /überarbeitete Version des Eintrags zum Objekt in der Fachanwendung KuLaDig; Lea Recken/ LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)
Das Fördergerüst ist bis zur Kranbahn circa 22 Meter hoch. Es besteht aus einem mehrere Stockwerke hohen Strebengerüst - einem stabilen Tragwerk aus senkrechten und diagonalen Streben, das den Schacht an der Oberfläche fortsetzt -, sowie seitlich ansetzenden Schrägstützen. Auf dem Gerüst befinden sich zwei große Seilscheiben nebeneinander, die jeweils einen Durchmesser von 3,4 Metern haben. Diese Rollen dienten dazu, die Stahlseile zu führen, mit denen Förderkörbe oder Kähne im Schacht bewegt wurden. Über den Seilscheiben befindet sich die Kranbahn mit Schienen, auf denen ein Hebekran fahren konnte.
Um das Gerüst herum führt eine Stahltreppe zur Plattform bei den Seilscheiben, von wo aus diese gewartet werden konnten.
Bei der Förderung im Hauptschacht nahm den östlichen Teil des Schachtes ein Skip (Gefäß) ein, mit dem das Fördergut hochgezogen wurde. Im westlichen Teil gab es einen zweistöckigen Förderkorb, der jeweils zwei Förderwagen mit je 700 Litern Fassungsvermögen nebeneinander transportieren konnte. Mit dem Skip wurde Ende der 1960er Jahre die Förderung modernisiert: An das Gerüst wurde eine sogenannte Skipentladetasche angebaut, eine Vorrichtung, die den Skip entleerte und das Fördergut in die Förderwagen zum Weitertransport zur Aufbereitung kippte.
Der Hauptschacht diente ausschließlich der Erzförderung. Das Erz wurde in Schienenwagen, den Loren, zur heute nicht mehr erhaltenen Aufbereitung auf der Nordseite des Berges transportiert.
Westlich des Förderturms steht die ebenfalls in den 1930er Jahren erneuerte Fördermaschinenhalle. In ihr stand eine 1936 angeschaffte Elektrofördermaschine, die nach Betriebsende vermutlich zur Weiterverwendung verkauft wurde. Anders als der Zentral- und Franziskaschacht der Grube Lüderich, die einfache Haspeln mit elektrischem Antrieb hatten, wurde für den Hauptschacht eine moderne Koepe-Fördermaschine angeschafft. Diese ermöglichte ein ruckfreies Anfahren, erforderte aber von den Bedienenden besondere Vorsicht.
Nach der Stilllegung des Bergwerks 1978 wurden die älteren Gebäude der Schachtanlage im Osten, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden waren, wegen Baufälligkeit und Bergschäden abgerissen.
Auf Betreiben ehemaliger Bergleute wurden das Fördergerüst und die Maschinenhalle von der Stadt Overath unter Denkmalschutz gestellt. Das Fördergerüst erhielt oberhalb der Schachthalle einen neuen Korrosionsschutz, um es vor Rost zu schützen.
Im Inneren des Maschinenhauses wurde eine Zwischendecke eingebaut: Im Erdgeschoss entstand ein Gastronomiebetrieb, darüber Umkleideräume für den heute auf dem rekultivierten Gelände liegenden Golfplatz.
Das Overather Gerüst ist ein Gerüst der Dörnen Bauart und eines der frühesten seiner Art. Zusammen mit der damals eingesetzten, heute nicht mehr erhaltenen Fördermaschine mit Koepe-Scheibe steht es für den Einsatz modernster Technik im Rahmen der NS-Autarkiepolitik, mit der eine eigenständige Rohstoffversorgung Deutschlands gesichert werden sollte.
(Alexander Kierdorf, BGV Rhein-Berg, 2025 /überarbeitete Version des Eintrags zum Objekt in der Fachanwendung KuLaDig; Lea Recken/ LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)