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Grube Blücher im Naturschutzgebiet Hardt


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Was ihr entdecken könnt

Die Grube Blücher ist eine ehemaliges Bergwerk des Bensberger Erzreviers in Bergisch Gladbach, das zwischen 1852 und 1893 Zink und Blei förderte.

Die Grube Blücher ist ein ehemaliges Bergwerk im Bensberger Erzrevier, in dem zwischen 1847 und 1893 Blei und Zink abgebaut wurden. Sie zählte zu den wichtigsten Gruben der Region. Das Grubenfeld liegt im Naturschutzgebiet Hardt. Obwohl die Tagesanlagen abgetragen wurden, ist das Gelände dank der Pingenfelder noch gut erkennbar. Pingen sind muldenförmige Vertiefungen die entstehen, wenn Halden aufgeschüttet werden oder alte Stollen und Gänge einstürzen.

Im Westen des Geländes befinden sich noch drei alte Stollen, darunter der ehemalige Blücher-Stollen mit einer größeren Halde am Talübergang zum Lerbach und der kleinere Emanuel-Stollen. Im Osten ist ein Versuchsstollen, die „Bärenhöhle“, weiterhin zugänglich.
Nach der Stilllegung der Grube wurden die zugehörigen Betriebsgebäude abgerissen, das Wohnhaus des Steigers blieb jedoch in Benutzung. 1960 wurde hier das Naturfreundehaus Haus Hardt eröffnet, in dem eine Einkehr möglich ist. Der dazugehörige Parkplatz befindet sich auf der planierten Halde des Hauptförderschachtes.

Geschichte der Grube Blücher:
Vermutlich wurde in dem Gebiet der Grube Blücher bereits früh Tagebau betrieben, von dem aber keine Spuren erhalten blieben. Die Pingenfelder in den Randbereichen deuten aber auf mittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Bergbau hin.
Der industrielle Bergbau begann im Juli 1847 mit der Mutung, dem offiziellen Antrag auf das Bergbaurecht, des Grubenfeldes Blücher.
Im Juni 1850 wurde die Grube Blücher - zusammen mit der Grube Napoleon - offiziell an einen belgischen Unternehmer verliehen. Die nach den Kontrahenten von Waterloo benannten Gruben wurden gemeinsam geführt und 1857 gingen alle Rechte und Anlagen an den Rheinischen Bergwerks-Aktienverein Saturn über.

Der circa 800 Meter lange und bis zu 25 Meter breite Napoleon-Gang war die wichtigste Lagerstätte für die Blei- und Zinkerze. Von diesem zweigten mehrere Nebengänge ab, von denen der Blücher-Gang aufgrund seiner besonders reichen Erzvorkommen von großer Bedeutung war. Allerdings befanden sich die mächtigen Vorkommen nur in den zentralen Bereichen und den oberen Teufen (Bergmannssprache für die Tiefe der Abbaustelle), was einen dauerhaften Betrieb und Abbau der Grube unmöglich machte. Um dem entgegenzuwirken, wurden deshalb benachbarte Grubenfelder hinzugekauft.
Für kurze Zeit zählte die Grube zu den ertragreichsten der Region. Die Zahl der Beschäftigten steig stark an und 1869 umfasste die „Consolidierte Grube Blücher“ 13 Grubenfelder, die nahezu das gesamte Waldgebiet der Hardt abdeckten.
Der Erzbergbau in den Gruben um Herkenrath führte zu einem massiven Bevölkerungszuwachs und veränderte damit auch das gesellschaftliche Leben, was sich etwa in der Entstehung einer ausgeprägten Gaststättenkultur widerspiegelte.

Ende des Bergbaus in der Grube Blücher
Auf den tieferen Sohlen (Ebenen) und in den Randbereichen der Lagerstätte ließ die Qualität der Erzgänge deutlich nach, weshalb die Produktion in den 1870er Jahren spürbar zurückging.
Dadurch geriet Saturn in Zahlungsschwierigkeiten und verkaufte die Grube Blücher schließlich an die spätere Stollberger Zink AG. Doch auch diese musste 1893 den Betrieb schließlich vollkommen einstellen und ließ die noch nutzbaren Anlagen demontieren.

(Peter Schönfeld, BGV Rhein-Berg, 2024 / Mark vom Hofe, BGV Rhein-Berg, 2025 / gekürzte Version des Eintrags zum Objekt in der Fachanwendung KuLaDig; Lea Recken / LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2025)


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