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Altenberger Hof in Nippes



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Was ihr entdecken könnt

Der Altenberger Hof in Köln-Mauenheim war ein Pachthof der Zisterzienserabtei Altenberg und gehörte zu den drei mittelalterlichen "Mauenheimer Höfen".

Der Altenberger Hof in Köln-Nippes war von 1432 bis 1802 (Säkularisation) ein Pachthof der Zisterzienserabtei Altenberg (1133-1803). Zusammen mit dem Rüsseler Hof und dem Frohnhof bildete er über Jahrhunderte hinweg den Kern der Ansiedlung „Mauenheimer Höfe“. Der Siedlungsplatz war, wie archäologische Funde aus den 1990er Jahren belegen, bereits in der Römerzeit von einer villa rustica besetzt. In der Frankenzeit entstanden dann nach und nach die genannten drei größeren Höfe sowie sechs kleinere Anwesen (Halfen) um die Kreuzung der heutigen Mauenheimer Straße (früher: Nippesstraße) mit dem Niehler Kirchweg.
Für die Siedlungsgründung ausschlaggebend war der in diesem Bereich im Mittelalter noch vorhandene See, der den südlichen Teil des heutigen „Nippeser Tälchens“, einen heute trocken gefallenen Altrheinarm, füllte. Historische Karten zeigen in späterer Zeit auch zwei voneinander getrennte Weiher, die auf die zunehmende Verlandung des durch Grundwasser gespeisten Sees zurückzuführen sind. Direkt am Rand der den Altrheinarm nach Westen begrenzenden, steilen Niederterrassenkante wurden die Höfe in hochwasserfreier Lage gegründet.

Der Altenberger Hof wird urkundlich erstmals 1236 erwähnt. 1252 wird er in einem Kaufvertrag als „Hof am Weiher“ geführt, 1788 taucht er unter der Bezeichnung „Maulheimer Hof“ in einem Pachtvertrag auf. Ab 1432 war er Klosterhof des Klosters Altenberg und wurde als Altenberger Hof bezeichnet. Im Jahr 1749 wurde er neu gebaut. Darauf verweist der Schlussstein über dem Eingang des Herrenhauses (Anno 1749).
Mit der Säkularisation erwarb 1813 der letzte Pächter Friedrich Frenger den Hof. Frenger war 1833 kurzzeitig kommissarischer Leiter der noch durch die Franzosen eingerichteten verwaltungseinheit „Bürgermeisterei Longerich“, zu der die „Mauenheimer Höfe“ gehörten.
Neben dem Hof stand bis zu ihrem Abriss 1655 infolge Baufälligkeit eine Hofkapelle, die dem Heiligen Quirinus geweiht war. Sie war vermutlich älter, als es die erste urkundliche Erwähnung 1286 nahelegt. Die 1927 errichtete Pfarrkirche des Kölner Stadtteils Mauenheim trägt in Erinnerung an die Historie ebenfalls den Namen dieses Heiligen.

Mit der zunehmenden Industrialisierung im heutigen Stadtteil Nippes wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Altenberger Hof wie auch auf den um ihn herumliegenden Höfen die landwirtschaftliche Tätigkeit allmählich aufgegeben. Der Name „Mauenheimer Höfe“ verschwindet nach der Eingemeindung von Nippes nach Köln zum 1. April 1888 endgültig aus den Karten und als Ortsbezeichnung. Zwischen 1890 und dem Ersten Weltkrieg wurden die Gebäude des Altenberger Hofes von einem Fuhrunternehmer (H. Fischer) genutzt. In den 1920er Jahren kommt eine verstärkte Wohnnutzung hinzu. 1943 ehielt der Hof einen Bombentreffer, der das Backhaus zerstörte. Bis in die 1970er Jahre wechseln die Nutzungen wiederholt; oftmals werden die Gebäude zum Unterstellen von Fuhrwerken und Wagen genutzt.
Auf Initiative des „Fördervereins Bürger- und Kulturzentrum Nippes e.V.“ ist die heutige Nutzung des Hofes als „Bürgerzentrum Nord“ zurückzuführen. Im Lauf der damals geführten Diskussionen um die Zukunft des Hofes kaufte die Stadt Köln den Hof 1990. Die Sanierung wurde 2007 abgeschlossen.

Hinweise
Das Objekt „Altenberger Hof in Mauenheim“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Mauenheim, Weidenpesch (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 338).
Die „Hofanlage Altenberger Hof“ und die „Mauer der Hofanlage Altenberger Hof“ sind eingetragene Denkmäler der Kölner Denkmalliste: der Hof unter der laufenden Nr. 2508 (Eintragung 3. Juli 1984) und die Mauer unter der laufenden Nr. 437 (Eintragung 1. Juli 1980).

(Martina Gelhar, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2018; Beate Lange, LVR-Fachbereich Umwelt, 2008/2009)

Internet
www.stadt-koeln.de: Suche in der Denkmalliste (abgerufen 16.05.2018, Inhalt nicht mehr verfügbar 18.01.2024)
www.stadt-koeln.de: Interaktive Denkmalkarte Köln (abgerufen 18.01.2024)


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