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Neuer jüdischer Friedhof Bocklemünd


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Was ihr entdecken könnt

Nach der Vertreibung 1424 konnten sich Juden erst wieder in der französischen Zeit ab 1798 in Köln niederlassen. 1918 wurde der neue jüdische Friedhof in der Venloer Straße im Stadtteil Bocklemünd (heute Köln-Vogelsang) eröffnet, der noch heute genutzt wird.

Der 1918 gegründete Neue jüdische Friedhof Bocklemünd gehört heute zum Stadtteil Vogelsang. Er wird noch immer von der Synagogen-Gemeinde Köln genutzt und ist der größte jüdische Friedhof der Stadt.

Gestaltung und historischer Kontext
Mit seiner 1930 errichteten imposanten Trauerhalle im neoklassizistischen Stil am Eingang und der dahinter mittig im älteren Teil des Geländes verlaufenden Sichtachse unterscheidet sich der jüdische Friedhof Bocklemünd deutlich von anderen jüdischen Begräbnisplätzen in Köln.
Auch die Gestaltung der Grabsteine spiegelt die Blütezeit und die Diversität jüdischen Lebens in Köln zwischen dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert wider.
1798 war die seit 1424 bestehende Verbannung jüdischer Menschen aus Köln aufgehoben worden. 1871 erhielten jüdische Personen endlich Bürgerrechte. Darüber hinaus gab es nicht nur in Köln eine große Vielfalt innerhalb der jüdischen Gemeinden, auch auf religiöser Ebene. Zahlreiche seit mehreren Generationen in der Domstadt ansässige Familien betrachteten sich als Deutsche jüdischen Glaubens. Dazu kamen als „Ostjuden“ bezeichnete Menschen, die zum Ende des 19. Jahrhunderts vor antisemitischen Pogromen aus dem Zarenreich geflohen waren. Sie waren eher orthodox ausgerichtet und machten zum Ende des Ersten Weltkriegs etwa ein Viertel der rund 16.000 jüdischen Kölner*innen aus.
Dementsprechend finden sich auf dem jüdischen Friedhof Bocklemünd Grabsteine mit Inschrift ausschließlich auf Deutsch oder Hebräisch sowie in beiden Sprachen. Einige Gräber besonders liberaler Familien verzichten zudem gänzlich auf Symbole wie Davidsterne.

Entwicklungen der Erinnerungskultur
Entlang der zentralen Sichtachse befinden sich mehrere Denkmale, die die Entwicklung verschiedener Erinnerungskulturen verdeutlichen: 1934 errichtete der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten einen Gedenkstein für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Das monumentale, dreieckige Denkmal befindet sich am Ende der Sichtachse
Die kleine Nachkriegsgemeinde stellte schon 1948 ein Denkmal für den Rabbiner Dr. Isidor Caro und die 11.000 Kölner Opfer der Shoah auf.
Direkt gegenüber folgte 1978 ein Denkmal für die im Novemberpogrom zerstörten sechs Kölner Synagogen.
Zum 75. Jahrestag der deutschen Kapitulation, am 8. Mai 2020 wurde gegenüber dem Denkmal für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs ein Gedenkstein für die jüdischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs aufgestellt.
In einem Lapidarium (Lateinisch: Steinhaus) abseits der Sichtachse werden die Grabsteine vom hochmittelalterlichen Friedhof an der Bonner Straße aufbewahrt.

Erweiterung und heutige Nutzung
Der jüngere Teil des Friedhofs ist über einen schmalen Streifen mit dem älteren Teil verbunden. Dort finden weiterhin Begräbnisse statt.
Die meisten Grabinschriften sind hier zweisprachig gehalten und es gibt einige ausschließlich auf Hebräisch beschriftete Exemplare.
Die liberale Gemeinde Gescher LaMassoret beerdigt ihre Verstorbenen auf einem separaten Teil des Westfriedhofs.

(Antonia Frinken, LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)


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