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Mittelalterliches Stadttor Ulrepforte mit Kartäuserwindmühle


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Die Ulrepforte war eines der mittelalterlichen Stadttore Kölns. Heute haben hier die Roten Funken ihr Quartier, die 1823 unter anderem als Persiflage auf den preußischen Militarismus gegründet wurden.

Ulrepforte – Wo Mittelalter und Karneval aufeinandertreffen

Ein mittelalterliches Stadttor, eine Windmühle und die Heimat einer der bekanntesten Kölner Karnevalsgesellschaften: Die Ulrepforte ist eines der außergewöhnlichsten Bauwerke der Kölner Stadtgeschichte.

Ursprünglich war die Ulrepforte Teil der mittelalterlichen Stadtmauer und diente als kleiner Zugang im Süden der Stadt. Anders als die großen Stadttore führte sie nicht an eine wichtige Handelsstraße, sondern vermutlich nur zu den umliegenden Feldern. Deshalb war die Durchfahrt mit etwa vier Metern Breite vergleichsweise klein.

Vom Stadttor zur Windmühle

Der Name Ulrepforte erinnert an die Handwerker, die einst in der Umgebung arbeiteten: „Ulner“ oder „Euler“ bezeichneten Töpfer, die hier ihr Handwerk ausübten.

Im 15. Jahrhundert verlor das Tor seine militärische Bedeutung. Die Durchfahrt wurde zugemauert, die Türme teilweise abgetragen – und aus einem der Turmstümpfe entstand eine besondere Sehenswürdigkeit: eine Turmwindmühle, die sogenannte „Kartäuser Windmühle“.

So wurde aus einer mittelalterlichen Befestigungsanlage ein Ort, an dem Verteidigung und Versorgung miteinander verbunden waren.

Die Heimat der Roten Funken

Ihre wohl bekannteste Rolle spielt die Ulrepforte jedoch im Kölner Karneval. Seit 1955 ist sie das Zuhause der Roten Funken, einer der ältesten Karnevalsgesellschaften Kölns.

Die Geschichte der Roten Funken beginnt 1823 – in einer Zeit, in der Köln zum preußischen Rheinland gehörte. Viele Kölner standen dem preußischen Militarismus kritisch gegenüber. Im Karneval machten sie daraus eine humorvolle Waffe: Mit Uniformen, Paraden und dem berühmten Tanz „Stippefüttchen“ nahmen die Roten Funken den militärischen Drill aufs Korn.

Ihre rot-weißen Uniformen erinnern dabei nicht an die Preußen, sondern an die früheren Kölner Stadtsoldaten aus der Zeit vor der französischen Besetzung.

Ein Denkmal mit lebendiger Geschichte

1907 ging die Ulrepforte in den Besitz der Stadt Köln über. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sich die Roten Funken intensiv für die Rettung und Wiederherstellung des stark beschädigten Bauwerks ein. Seit der Übernahme in Erbpacht 1955 kümmern sie sich um den Erhalt dieses einzigartigen Stücks Kölner Stadtgeschichte.

(Christoph Boddenberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2014/überarbeitete Version des Eintrags zum Objekt in der Fachanwendung KuLaDig; Adrian Greiner/ LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe, 2026)


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